Finanzbeamter in München gefeuert: Fast zwei Jahre Dienst geschwänzt

30. Mai 2005, 18:02
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In 21 Monaten vor Suspendierung nicht mehr erschienen

Ein Beamter der Bezirksfinanzdirektion München ist am Montag von der Disziplinarkammer des Verwaltungsgerichts wegen dauernden Schwänzens entlassen worden. Der 35-jährige Regierungsobersekretär hat sein Engagement als Sportwart und Fußballer eines Münchner C-Klasse-Vereins offenbar über seine Dienstpflichten gestellt.

Er hat 2001 und 2002 an 118 bzw. 137 Tagen gefehlt und ist in den 21 Monaten vor seiner Suspendierung im vergangenen Jahr überhaupt nicht mehr zur Arbeit angetreten. Nebenher jobbte er ohne Genehmigung in einem Bierlokal. Ein solches Verhalten sei "untragbar", befand das Gericht (Az.: M 19 D 04.6420).

"Er war überzeugt, dass er den Dienst nicht leisten kann", argumentierte in Abwesenheit des Beamten seine Anwältin. Der sportliche 35-Jährige hatte seine Fehlzeiten mit "Erschöpfungssyndrom und dauernder Müdigkeit" begründet. Fünf Untersuchungen, bei denen er sich einem Gutachter zufolge "demonstrativ gelangweilt zeigte", ergaben, dass seine Krankheit "nur vorgespiegelt ist". Die beantragte sechste Untersuchung des wegen Trunkenheit am Steuer vorbestraften Beamten lehnte das Gericht ab. Der Regierungsobersekretär muss einen Teil seiner Bezüge bis zur Suspendierung zurückzahlen. (APA/dpa)

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