Digitale Kluft und inhaltliche Lücke

30. Mai 2005, 12:35
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Wiener Konferenz bereitet Weltgipfel vor

Der heurige UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) findet von 16. bis 18. November in Tunis statt. Vorbereitet wird er durch eine Konferenz, die nächste Woche ihre Zelte in Wien aufschlägt. "ICT & Creativity" heißt sie (2. bis 3. Juni) und wird sich vor allem zwei Themen widmen: Digital Divide (digitale Kluft) und Content Gap (inhaltliche Lücke). Es geht um Ideen und Strategien, wie man verhindern kann, dass der Zugang zu Internet & Co gebildeteren Bevölkerungsschichten vorbehalten bleibt. Darüber hinaus soll diskutiert werden, dass Technologien und das, was Technologien produzieren, untrennbar zusammengehört. Die bei der Konferenz erwarteten Fachleute aus mehr als 35 Ländern sollen an der Verabschiedung der Wiener Erklärung mitarbeiten, die als Beitrag Österreichs zur Vorbereitung des UN Gipfels eingebracht wird. Eine erste Version wird vom Philosophen Peter Sloterdijk, Sergei Kambalov, UNO-Koordinator der Konferenz, und Peter A Bruck, Kommunikationsprofessor und Initiator des World Summit Awards, erstellt.

Die Konferenz bietet die Möglichkeit, Politiker, Multimedia-Experten, Unternehmensvorstände und Vertreter der Kreativwirtschaft zusammenzubringen. "Informations- und Kommunikationstechnologien sind eine treibende Kraft für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Jahren. Dazu gilt es, sich insbesondere den Herausforderungen des Digital Divide zu stellen", meinte kürzlich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel über die Wiener Konferenz. Das Bundeskanzleramt veranstaltet gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, dem Außenministerium, dem Wissenschafts- und dem Infrastrukturministerium die Konferenz. Organisiert wird sie vom Internationale Centrum für Neue Medien (ICNM). (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. 5. 2005)

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