Entführung, Vergewaltigung, Zwangsehe

30. Mai 2005, 12:38
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Frauen in Afghanistan laut amnesty international in ständiger Gefahr - Frauenministerium: In manchen Gegenden wie Tiere behandelt

Kabul - Frauen in Afghanistan leben laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) ständig in der Gefahr von Entführungen, Vergewaltigungen oder Zwangsehen. Der Regierung hielt amnesty in einer Bilanz drei Jahre nach dem Sturz der Taliban vor, nicht genug zum Schutz der Frauen zu unternehmen. Ein Sprecherin des Frauenministeriums, Nuria Haknagar, räumte ein, in einigen abgelegenen Gebieten, "behandeln Männer Frauen wie Tiere".

Justizsystem reformieren

In ganz Afghanistan gebe es nur wenige Bereiche, in denen Frauen sicher vor Gewalt seien, erklärte amnesty. Frauen würden wie Gegenstände behandelt, um Schulden oder Streitigkeiten zu begleichen. Einige Frauen begingen auch Selbstmord, um nicht in Zwangsehen leben zu müssen. Amnesty forderte die Regierung auf, jede Form der Gewalt gegen Frauen zu verurteilen. Das Justizsystem müsse so reformiert werden, dass die Rechte der Frauen auch geschützt werden könnten.

Haknagar erklärte, trotz der Bemühungen der Regierung hätten die Beschwerden über Gewalt gegen Frauen noch zugenommen in letzter Zeit. Im Durchschnitt gingen zehn Beschwerden täglich von Frauen ein. In der Provinz Herat hätten sich Frauen selbst verbrannt, um der Gewalt zu entgehen, sagte Haknagar. "Sie müssen große Probleme haben, um sich selbst so viel Gewalt anzutun." (APA/AP)

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    Frauendemonstration in Kabul: Die CARE-Mitarbeiterin Clementina Cantoni wurde Mitte Mai in der Hauptstadt entführt.
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