Neun Verkehrstote zu Fronleichnam

30. Mai 2005, 18:53
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Jahresrekord bei Verkehrstoten in der Vorwoche - Starker Rückreiseverkehr am Sonntagabend - Kilometerlange Staus

Wien - Durch die Rückreise zahlreicher Kurzurlauber kam es am späten Sonntagnachmittag zu Staus auf einigen Hauptverkehrsadern. So kam man laut ÖAMTC auf der A 2 zwischen Pörtschach und Krumpendorf in Fahrtrichtung Wien ebenso nur im Schritttempo voran, wie auf der A 4 zwischen Mönchhof und Parndorf. Durch die Verkehrsüberlastung musste vor einigen Tunnels der Verkehr blockweise abgefertigt werden. Auf der A 10, Tauern-Autobahn, standen die Kolonnen vor dem Tauerntunnel 10 Kilometer zurück. Auch vor dem Kalcherkogeltunnel und Herzogbergtunnel auf der A 2 Süd Autobahn entstanden kilometerlange Staus. In Tirol kam der Verkehr vor der Mautstelle Schönberg zum Stillstand.

Acht Tote

Heuer forderte das verlängerte Fronleichnam-Wochenende neun Opfer, im Vorjahr waren 14 Menschen ums Leben gekommen. In NÖ verloren drei Pkw-Lenker ihr Leben, nachdem sie ohne Fremdeinwirkung von der Straße abkamen. Sie krachten mit ihren Autos jeweils gegen einen Baum, einen Telefonmasten und ein Tunnelportal. Tragisch endete schon Donnerstagnacht der Versuch eines Rumänen, ein defektes Fahrzeug von der A 25, Welser Autobahn, zu schieben. Er wurde von einem nachkommenden Fahrzeug erfasst, und tödlich verletzt. Bei den weiteren Unfallopfern handelt es sich um zwei Motorrad- und zwei Radfahrer.

"Die endgültige Unfallstatistik (nach 30 Tagen) wird im Bereich der letzten beiden Jahre, vielleicht auch etwas darunter liegen", erklärte Alfred Obermayr aus der ÖAMTC-Informationszentrale. Zu Fronleichnam starben in den letzten Jahren je 14 Verkehrsteilnehmer an den Unfallfolgen.

Unmut über Schengen-Kontrollen

Kilometerlange Staus und entsprechenden Unmut bei Tausenden Autofahrern gab es auch auf den Autobahnen in Kärnten und der Steiermark. Ursache war ausnahmsweise keine Baustelle, sondern die Durchführung von so genannten Schengen-Kontrollen durch die Gendarmerie.

Auf der Wörthersee-Autobahn bei Pörtschach erreichte der Rückstau am Abend mehr als fünf Kilometer. Wie ein Betroffener erklärte, sei er anschließend auf der steirischen Südautobahn vor dem Wechsel neuerlich in eine Schengen-Kontrolle geraten. "Da sind wir dann wieder ewig lang gestanden", ärgerte er sich, nachdem es auf der Pack durch die Baustellen ebenfalls Staus und Verzögerungen gegeben hatte.

Verantwortlich für die Einsatzplanung dieser Schwerpunkt-Kontrollen, mit denen illegal eingereiste Ausländer geschnappt werden sollen, ist teils das Innenministerium, zum Teil die Einsatzabteilung des jeweiligen Landesgendarmeriekommandos. Wer die Schwerpunktkontrollen ausgerechnet für den Rückreisetag am verlängerten Wochenende angeordnet hatte, war vorerst nicht zu eruieren.

Jahresrekord bei Verkehrstoten

In der gesamten Vorwoche wurde ein neuer Höchststand bei den Verkehrstoten im heurigen Jahr verzeichnet: Auf Österreichs Straßen starben 19 Menschen, was für 2005 einen traurigen Rekord darstellt. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Statistik jedoch rückläufig: 2004 verloren im selben Zeitraum 27 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben.

Bei den Todesopfern der Vorwoche handelt es sich um zehn Pkw-Insassen (davon acht Lenker), drei Motorrad-Lenker, einen Moped-Lenker, zwei Radfahrer und drei Fußgänger.

Vom 1. Jänner bis 29. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 272 Verkehrstote (30-Tages- Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April). Im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 275 Menschen tödlich.(APA/red)

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