USA: Verhaftung von Sunniten-Partei-Chef war Irrtum

31. Mai 2005, 11:57
22 Postings

Mohsen Abdel Hamid nach mehreren Stunden Verhör wieder frei gelassen - Präsident Talabani legte Protest ein

Bagdad - Nach heftiger Kritik hat die US-Armee den am Montag festgenommenen Chef der wichtigsten sunnitischen Partei im Irak nach mehreren Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Bei der Festnahme von Mohsen Abdel Hamid habe es sich um einen Irrtum gehandelt, erklärte die US-Armee in Bagdad und bedauerte die dadurch entstandenen "Unannehmlichkeiten".

Hamid berichtete nach seiner Freilassung, US-Soldaten seien um vier Uhr morgens gewaltsam in sein Haus eingedrungen, hätten ihn und seine drei Söhne gefesselt und sie mit Hubschraubern weggebracht. "Ich wurde den ganzen Tag lang zu verschiedenen Themen befragt", sagte Hamid vor seinem Haus in Bagdad.

Warum er und seine Söhne festgenommen wurden, wisse er nicht. Die Islamische Partei, deren Vorsitzender Hamid ist, spielt eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um eine Minderung der Gewalt im Irak.

Der irakische Präsident Jalal Talabani hatte Hamids Festnahme scharf verurteilt und dessen umgehende Freilassung gefordert. Er selbst und seine beiden Stellvertreter seien nicht im Voraus von der Festnahme informiert worden, betonte Talabani. Es sei "inakzeptabel", eine "politische Persönlichkeit dieses Ranges" derart zu behandeln, sagte Talabani. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Mohsen Abdel Hamid tritt nach seiner Freilassung aus US-Haft vor die Presse.

Share if you care.