Außenministerium bekräftigt Wiederaufnahme des atomaren Prozesses

31. Mai 2005, 10:49
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Iran besteht nach Genfer Treffen weiter auf Urananreicherung

Teheran - Nach den jüngsten Gesprächen mit der Europäischen Union in Genf hat der Iran sein Festhalten an den Plänen für eine Wiederaufnahme der Urananreicherung bekräftigt. "Unsere Hauptforderung ist noch immer die Wiederaufnahme des Anreicherungsprozesses in der Anlage von Isfahan (Zentral-Iran)", sagte Außenamtssprecher Hamid-Reza Assefi dem Nachrichtensender Chabar.

Der einzig neue Ansatz in Genf sei am Mittwoch die Initiative Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens gewesen, dem Iran innerhalb der nächsten zwei Monate Vorschläge zu seiner Forderung nach teilweiser Urananreicherung zu machen, sagte der Sprecher weiter. Das EU-Verhandlungstrio will Iran unter anderem mit wirtschaftlichen Anreizen zum dauerhaften Verzicht auf die Urananreicherung bewegen.

Wiederaufnahme des Atomprogramms

Der mächtige konservative Wächterrat billigte am Samstag ein Gesetz, das die Regierung ohne Rücksicht auf Verhandlungen zur Wiederaufnahme des Atomprogramms auffordert. Das Parlament hatte das Gesetz am 15. Mai verabschiedet. Letztendlich entscheiden in der Sache aber der oberste Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, sowie der am 17. Juni zu wählende neue Staatspräsident, der wahrscheinlich Ali Akbar Hashemi Rafsandjani heißen wird.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf sagte dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" auf die Frage, was den Iran zum Verzicht auf das Atomprogramm veranlassen könnte: "Das weiß ich nicht. Sie sind sehr hinter der Bombe her." Assefi sagte dazu am Sonntag, das Nachrichtenmagazin habe die Äußerung Musharrafs "verfälscht". Der Sprecher räumte allerdings ein, das Interview nicht gelesen zu haben. (APA/dpa)

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