Morak: "Burgtheaterdirektor wird 2006 ausgeschrieben"

29. Mai 2005, 13:07
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Pressestunde: Staatssekretär will nicht im U-Ausschuss zur Wörtherseebühne aussagen - Keine Rückzahlung der Geburtstagsfeier im Kunsthistorischen Museum

Wien - In der "Pressestunde" des ORF-Fernsehens nahm Kunststaatssekretär Franz Morak (V) am Sonntag zu einigen aktuellen kulturpolitischen Fragen Stellung. Der Posten des Burgtheaterdirektors wird 2006 ausgeschrieben; über die Verwendung der Bundessubventionen für die Wörtherseebühne kann erst bei Vorliegen des ersten Zwischenberichtes im Oktober 2005 eine Aussage gemacht werden; die vom Kunsthistorischen Museum getragenen Kosten für seine Geburtstagsfeier wird Morak nicht selbst übernehmen.

"Ich werde mich 2006 der Wahlauseinandersetzung stellen und mein Mandat verteidigen", sagte Morak und dementierte, selbst Ambitionen auf das Amt des Burgtheaterdirektors zu haben: "Das schließe ich aus." Klaus Bachler, der 2009 ausscheidet, sei "ein sehr guter, sehr professioneller Theaterleiter. Ich bin mit ihm sehr zufrieden." Man werde 2006 die Position ausschreiben, eine Expertengruppe mit Vorschlägen befassen und auch das Know-how des jetzigen Burgtheaterdirektors nutzen: "Wir werden einen sanften, organischen Übergang finden."

Rechenschaft

Bei der Wörtherseebühne müsse über die Verwendung der 1,6 Mio. Euro Bundesförderung, die für einen fünfjährigen Spielbetrieb ergangen sei, natürlich Rechenschaft abgelegt werden, einen Endbericht darüber werde es jedoch erst im Oktober 2009 geben. Vor dem Vorliegen des ersten diesbezüglichen Zwischenberichtes im Oktober 2005 könne er darüber keine Aussage machen, so Morak, der ankündigte, nicht vor dem Untersuchungsausschuss des Kärntner Landtages auszusagen.

Das vom Rechnungshof in seinem jüngsten Prüfbericht über das Kunsthistorische Museum (KHM) kritisierte (weil vom KHM bezahlte) Essen zu Moraks Geburtstag sei eine Einladung einiger Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewesen, die eigentlich zum Promoten der El Greco-Ausstellung gedient habe und bei der er Ehrengast gewesen sei, so Morak. Er werde die Kosten nicht nachträglich selbst übernehmen, "aber ich habe daraus gelernt: Ich werde mich nie wieder von jemandem einladen lassen." Seinen letzten Geburtstag vor wenigen Tagen habe er im Nationalrat verbracht. Man solle beim KHM nicht nur die Kritik, sondern auch das Positive sehen, meinte der Staatssekretär: Generaldirektor Wilfried Seipel habe "die Besucherzahlen in astronomische Höhen getrieben."

Die Literatur-Anthologie "Landvermessung" (vormals "Austrokoffer") sei "ein spannendes Projekt" und die Nicht-Teilnahme prominenter Autorinnen und Autoren mache ihm keine Sorgen, sagte der Staatssekretär: "Verweigerung" sei "ein Teil der österreichischen Identität" und "ein ganz normaler Verhaltenscodex".

Mit 235 Euro jährlicher Kulturförderung pro Kopf sei Österreich "Förderweltmeister" und liege in der Statistik um 40 Euro vor Frankreich. Zwei Drittel der Bundeskulturförderungen fließen nach Wien, man müsse sich "auch um die Regionen kümmern". Im übrigen ließ sich Morak keine Prognose zu seiner persönlichen Zukunft entlocken: "Ich bin ein glücklicher Staatssekretär!" (APA)

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