New York: UN-Waldforum endet ergebnislos

28. Mai 2005, 21:22
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Greenpeace warnt vor Waldsterben: Allein in Basilien wurden im vergangenen Jahr 26.130 Quadratkilometer Wald abgeholzt

New York - Die Erde dürfte nach einer Warnung von Greenpeace in wenigen Jahrzehnten auch ihrer letzten Urwälder beraubt sein, wenn sich deren Zerstörung so wie bisher fortsetzt. Allein in Basilien seien im vergangenen Jahr 26.130 Quadratkilometer Wald abgeholzt worden, so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Verlust entspreche der Fläche von sechs Fußballfeldern pro Minute, schrieb die Umweltorganisation einer Erklärung zum Abschluss des fünften UN-Waldforums (UNFF) in New York. Die Gespräche waren in der Nacht auf Samstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen und sollen im Februar wieder aufgenommen werden.

Nachfrage nach Holzprodukten

Die Europäische Union, Kanada und Mexiko hatten bei dem zweiwöchigen Forum am UN-Hauptsitz die Führungsrolle übernommen und Maßnahmen durchzusetzen versucht, die dem illegalen Abholzen der Wälder einen Riegel vorschieben sollten. "Aber es zeigte sich, dass Brasilien und die USA nicht bereit sind, messbare und zeitlich gestaffelte Ziele zum Stopp der gesetzeswidrigen Holzgewinnung zu verfolgen", erläuterte Martin Kaiser von Greenpeace International nach Konferenz-Ende. Derweil steige die Nachfrage nach Holzprodukten vor allem in China ganz rapide.

Der entscheidende Faktor für das globale Waldsterben ist den Umweltschützern zufolge der nicht regulierte internationale Handel. Sowohl die USA als auch die EU-Staaten, Japan und China importierten Holz- und Holzprodukte von illegalen Quellen.

Gesetzeswidrige Einkäufe

Die Regierungen dieser Länder müssten also der Holz verarbeitenden und der Papier-Industrie auf die Finger schauen und sie für alle gesetzeswidrigen Einkäufe zur Rechenschaft zu ziehen, meint Greenpeace. Gleichzeitig müssten sie mehr Mittel für die Erhaltung der Wälder und ein ökologisch zu verantwortendes Forsten freisetzen. Anders gebe es keine Chance, dass die beim UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 gesteckten Ziele zum Stopp des globalen Wald- und Artensterbens erreicht werden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ergebnis der Waldrodung zu Gunsten von Sojaanbau in Terra do Meio, Para, Brasilien.

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