Traumhafter "Hatscher" über die Zellerhüte

    28. Mai 2005, 13:36
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    Aussichtsreiche und anspruchsvolle Route im "Hintergrund" von Mariazell

    Die Zellerhüte kennt fast jeder, denn sie gehören zum berühmten Panorama von Mariazell und bilden auf vielen Ansichtskarten den malerischen Hintergrund für den berühmten Wallfahrtsort. Bestiegen allerdings werden die Gipfel recht selten, obgleich man ihnen von unten ansieht, dass sie romantisch sind und eine herrliche Aussicht bieten. Die Runde über den gegliederten Kamm ist als "Hatscher" verschrien, obendrein gibt es dort keine Schutzhütte, sondern nur einen Unterstand.

    Sicherlich, für die Überschreitung braucht man gute Kondition und Trittsicherheit; auch stabiles Wetter, weil man sich über eine beachtliche Strecke direkt am Kamm oder in dessen Nähe bewegt, wo Sturm und vor allem Gewitter recht gefährlich werden können. Bei halbwegs guten Verhältnissen wird die Wanderung aber zu einer Traumtour.

    Allein die Aussicht zum Hochschwab, zu Tonion, Veitsch und den Gesäusebergen, zu Ötscher und Dürrenstein lohnt die Anstrengung, an klaren Tagen blickt man bis zum Dachstein. Vom Großen Zellerhut hat man den Urwald direkt zu Füßen. Dazu gesellt sich eine einmalige Pflanzenwelt mit den herrlichsten Alpenblumen.

    In dem Gebiet ist auch der Bär zu Hause, man bekommt ihn aber nicht zu Gesicht, denn er trollt sich beim leisesten Geräusch. Mit etwas Glück aber kann man Auer- und Birkhahn beobachten, Gämsen sind keine Seltenheit.

    Die Runde ist relativ lang, dazu kommen zum Teil steile Anstiege und manchmal auch rutschige Steige. Aber all das wird durch eine grandiose, romantische Berglandschaft, in der man fast allein ist, wettgemacht. Proviant und Getränke sind mitzunehmen, auch sollte man früh aufbrechen, um die Kühle des Morgens zu nützen und der Gewittergefahr aus dem Wege zu gehen.

    Die Route: Neben dem Hotel Marienwasserfall in der Grünau bei Mariazell beginnt die rote Markierung 293, die anfangs gemächlich, dann steil in den Zellersattel führt. Gehzeit zwei Stunden. Nun hält man sich rechts und folgt den roten Marken über den Mittleren Zellerhut hinweg und über einen Sattel auf den Großen Zellerhut. Ab Zellersattel eine Dreiviertelstunde.

    Auf der Anstiegsroute geht es in den Zellersattel zurück, dort behält man die Richtung bei, passiert ein Jagdhaus (Unterstandsmöglichkeit) und eine Quelle. Steil führt der Pfad zum Vorderen Zellerhut hinauf. Über den Oischingkogel (in älteren Karten: Hochkogel) gelangt man in den Feldhütlsattel. Gehzeit ab Großem Zellerhut 1¾ bis zwei Stunden. Die nach links abzweigende rote Markierung 294 bildet den Abstieg, bis zum Ausgangspunkt braucht man weitere 1¼ Stunden. (Der Standard, Printausgabe 28./29.5.2005)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 5¾-6 Stunden,
    Höhendifferenz über 1000 m.
    Kein Stützpunkt auf der Runde.
    Bundesamtskarte 1:25.000 od.
    1:50.000, Blatt 72 (Mariazell)
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      grafik: der standard
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