Kolportiert: Unmut über schwarze "Gräfin"

27. Mai 2005, 17:36
22 Postings

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallats aristokratisch angehauchter Lebensstil brächte bei der Burgenlandwahl wenig Sympathien

Die burgenländische ÖVP hat sich im beginnenden Landtagswahlkampf mit einem delikaten Problem herumzuschlagen. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, vonseiten der Bundespartei als "Burgenlandministerin" vorgesehen, gilt bei den pannonischen Schwarzen nicht gerade als Wahlkampfzugpferd.

Zum einen hat sie die unpopulären Gesundheitsmaßnahmen der Regierung zu verantworten, zum anderen passt die gemeinsam mit ihrem Mann Alfons Mensdorff-Pouilly auf einem Schloss bei Luising nahe Güssing meist übers Wochenende residierende "Gräfin" nicht recht zur eher volksnah ausgerichteten Wahlkampfstrategie der Lokalpartei. "Im Burgenland funktioniert das Werben um Stimmen noch so wie vor zwanzig Jahren, das ist echte Basisarbeit", meint ein hochrangiger Funktionär, "den Menschen ist wichtig, dass man vor Ort lebt." Rauch-Kallats aristokratisch angehauchter Lebensstil brächte wenig Sympathien.

Statt auf "ihre Ministerin" wollen die Schwarzen daher lieber andere breitenwirksame "Stars" als Zugpferde einspannen. So sollen Lebensminister Josef Pröll, Finanzminister Karl- Heinz Grasser und Verteidigungsminister Günther Platter zum Einsatz kommen. Letzterer harmoniert als Gitarrist auch musikalisch gut mit Burgenlands ÖVP-Chef Franz Steindl, einem gelernten Trompeter. (tó/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.5.2005)

Von Barbara Tóth
Share if you care.