Entführung von Rumänen offenbar von Übersetzer organisiert

30. Mai 2005, 08:39
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Gericht in Bukarest erlässt Haftbefehl gegen Mohammed Monaf und Geschäftspartner

Bukarest - Die Entführung von drei rumänischen Journalisten im Irak ist offenbar von deren Dolmetscher und einem Komplizen in Rumänien arrangiert worden. Dies gehe aus Zeugenaussagen von neun im Irak festgenommenen Verdächtigen hervor, teilte die Staatsanwaltschaft in Bukarest am Freitag mit. Zuvor hatte ein Gericht gegen den Übersetzer der am vergangenen Sonntag freigelassenen Journalisten, Mohammed Monaf, und seinen in Rumänien lebenden Geschäftspartner Omar Hayssem Haftbefehl erlassen.

Monaf war am 28. März zusammen mit dem Reporter Ovidiu Ohanesian, der Fernsehjournalistin Marie-Jeanne Ion und ihrem Kameramann Sorin Miscoci verschleppt worden. Er war auch auf mehreren von den Entführern veröffentlichten Videos gemeinsam mit den anderen Geiseln zu sehen. Kurz nach der Geiselnahme hatte sein Geschäftspartner Hayssam, ein in Rumänien tätiger Syrer, berichtet, die Entführer hätten ihn angerufen und vier Millionen Dollar (3,2 Millionen Euro) Lösegeld gefordert.

Nach der Freilassung der Geiseln wurde Monaf von den US-Streitkräften im Irak in Gewahrsam genommen, wie die amerikanische Botschaft in Bukarest bereits am Montag mitteilte. Zur Begründung hieß es damals, der Übersetzer mit irakischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft werde verdächtigt, Anschläge auf die Koalitionstruppen geplant zu haben.

Die Journalisten haben sich zu den Umständen ihrer Entführung bisher nicht geäußert. Sie durften erst am Donnerstag nach drei Tagen medizinischer Quarantäne zu ihren Familien zurückkehren. Kameramann Miscoci kündigte aber an, er und seine Kollegen würden bald eine Pressekonferenz geben. (APA/AP)

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