Lafontaine hätte mit Linkspartei gute Chancen

31. Mai 2005, 22:50
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Der frühere SPD-Parteichef will sich nur an Linksbüdnis beteiligen, wenn PDS und WASG fusionieren

Hamburg/München/Berlin - Nach seinem Austritt aus der SPD kann der frühere Parteichef Oskar Lafontaine bei den deutschen Wählern mit erheblichem Zuspruch rechnen. Nach einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von TNS Infratest für das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" können sich 18 Prozent der Befragten vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl eine Partei zu wählen, in der Lafontaine eine führende Rolle spielt. Unter den Anhängern der linken PDS zeigte sich sogar jeder Zweite für eine Lafontaine-Partei aufgeschlossen, unter den Anhängern der von Lafonatine nun verschmähten SPD waren dies immerhin 14 Prozent.

"Acht bis zehn Prozent" mit Bündnis der Linken

Lafontaine selbst rechnet bei einem Bündnis von PDS und der WASG (Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit) mit "acht bis zehn Prozent". Die PDS sei zurzeit "gut für mindestens fünf Prozent, den Rest bringt die WASG", sagte Lafontaine dem Münchner Nachrichtenmagazin "Focus". Beteiligen will sich der Saarländer aber nur, wenn die beiden Parteien zusammengehen. "Das ist die einmalige Chance, wieder eine starke Linke im Parlament zu haben", so Lafontaine. PDS-Parteichef Lothar Bisky hält ein Bündnis von PDS und WASG mit Lafontaine und Gregor Gysi an der Spitze für möglich. PDS und WASG wollen bei einem Treffen in der kommenden Woche Details besprechen. Problematisch für eine formelle Fusion könnte allerdings die knappe Zeit bis zu den Wahlen sein. Vorbereitend dazu tagt am Samstag ein Kleiner Parteitag der PDS in Berlin.

(APA/dpa/AP/Reuters)

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