Fondsmanager geben Aktien weiterhin den Vorzug

12. Juli 2005, 15:35
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Umfrage: Börsianer halten Aktienmärkte immer noch für unterbewertet - Dennoch keine spektakulären Kurssprünge 2005 erwartet

Frankfurt - Trotz der Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung geben Fondsmanager angesichts der immer noch günstigen Bewertung Aktien unverändert den Vorzug vor Renten. "Auch wenn die Fundamentaldaten insgesamt eher mäßig sind, halten wir es für sehr wahrscheinlich, dass sich Aktien in den kommenden Monaten besser als Anleihen entwickeln", prognostiziert Portfolio Manager Martin Kolrep in einem Marktausblick.

Sowohl die globalen als auch die europäischen Aktienmärkte seien noch immer deutlich unterbewertet. Höhenflüge bei Aktien erwartet der Invesco-Experte 2005 allerdings nicht. "Vieles deutet darauf hin, dass man in diesem Jahr nicht mit einem spektakulären Anstieg der Aktienmärkte rechnen kann."

Kaum Portfolio-Änderungen

Im April änderten die Anlageexperten in Deutschland nur wenig in ihren Portfolios. Nach der monatlichen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter deutschen Investmentgesellschaften sank der Anteil an Aktien in den Portfolios leicht auf 52,42 Prozent nach 52,96 Prozent im März. Renten machten 32,32 (32,14) Prozent aus. Der Barmittelbestand stieg auf 15,26 (14,90) Prozent.

Auch die Anlageexperten der Vermögensverwaltung Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG setzen derzeit lieber auf Dividendenpapiere. "Wir sehen weiterhin bessere Chancen im Aktienbereich als bei Renten", sagt Analyst Jan Ehrhardt. "Insgesamt sind wir positiv gestimmt, vor allem was die Entwicklung in Deutschland und Europa angeht." Unter anderem könne sich der in der jüngsten Zeit wieder etwas schwächere Euro positiv auf Exportwerte auswirken.

Analyst Ehrhardt sieht Chancen unter anderem bei Industrie-, Chemie- und Bankenwerten. Wenig überzeugt ist er allerdings von Autoaktien. Als einen Belastungsfaktor sieht er hier höhere Stahlpreise und die lahmende Autokonjunktur. (APA/Reuters)

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