"Melzer kann Coria sicher schlagen"

28. Mai 2005, 18:51
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Sowohl Thomas Muster als auch Melzer selbst halten eine Sensation gegen Vorjahres­finalisten Guillermo Coria für möglich

Paris - Erstmals steht Jürgen Melzer am Samstag in der dritten Runde der French Open. Doch damit will sich Österreichs aktuelle Nummer eins im Tennis noch nicht zufrieden geben, auch wenn er im Match gegen den argentinischen Vorjahresfinalisten Guillermo Coria als Außenseiter gilt. "Die dritte Runde ist noch kein Grund für mich, Hurra zu schreien. Mein Ziel ist es, auch noch in der zweiten Woche hier in Paris dabei zu sein", betont der Niederösterreicher.

Um ins Achtelfinale einzuziehen, muss Melzer, wie er selbst sagt, "aggressiver als bisher" spielen. "Ich will Coria auf jeden Fall zumindest ärgern", sagt der 24-jährige ÖTV-Daviscupper, der mit klaren Dreisatzsiegen über den Australier Wayne Arthurs sowie den Russen Michail Juschnij in die Runde der letzten 32 einzog.

Gegen den als Nummer acht gesetzten Mitfavoriten Coria hat er bisher zwar noch kein Match bestritten, trotzdem glaubt Melzer an seine Chance. "Ich habe sicher die Mittel, um ihn zu schlagen. Ich darf mich nur nicht auf lange Ballwechsel mit ihm einlassen, muss versuchen, mit Winnern schnell die Punkte zu machen", lautet das mögliche Erfolgsrezept des Deutsch Wagramers, der als Nummer 44 der Weltrangliste ins wichtigste Sandplatzturnier der Saison gestartet war.

Während Melzer noch ohne Satzverlust in Roland Garros ist, profitierte Coria, der in Runde eins dem Dänen Kenneth Carlsen keine Chance gelassen hatte, am Donnerstag beim Stande von 4:6,6:2,3:2 von der Aufgabe seines Gegners Novak Djokovic. Der Serbe, der den Argentinier vor allem im ersten Satz sehr schlecht hatte aussehen lassen, musste wegen Atemproblemen vorzeitig den Platz verlassen.

Coria machte mangelnde Fitness für die Aufgabe von Djokovic, der nach überstandener Qualifikation bereits sein fünftes Match innerhalb von acht Tagen bestritt, verantwortlich. "Es war wohl das warme Wetter, das ihm zu schaffen gemacht hatte", vermutete der Südamerikaner, der sich selbst als "topfit" bezeichnet. "Ich habe mich sehr gewissenhaft auf dieses Turnier vorbereitet und kann auch bei extrem heißen Wetter lange Matches spielen."

Der 23-Jährige weiß über Melzer ähnlich wenig, wie der Österreicher über ihn. "Er ist Linkshänder und es ist schwer, gegen ihn in den Rhythmus zu finden", lautete sein Kurzkommentar über seinen Drittrundengegner.

Österreichs Daviscup-Kapitän und Tennislegende Thomas Muster traut Melzer auf jeden Fall eine Überraschung zu. "Sein Vorteil ist sicher, dass er ein komplett unberechenbarer Gegner ist. Jürgen kann deshalb, wenn alles zusammenpasst, Coria sicher schlagen", glaubt der French-Open-Sieger von 1995. (APA)

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    Es läuft gut für Jürgen Melzer in Paris und Erfolge steigern bekanntlich auch das Selbstvertrauen.

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