Spannungen zwischen Rom und Kabul

28. Mai 2005, 22:00
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Afghanische Regierung wirft Italienern Einmischung in Verhandlungen mit Entführern vor

Rom - Zwischen Rom und Kabul sind Spannungen um die Freilassungsbemühungen für die in Afghanistan entführte Italienerin, Clementina Cantoni, entstanden. Die afghanische Regierung wirft den italienischen Behörden Einmischung in die Verhandlungen um die Freilassung der vor zwölf Tagen gekidnappten Entwicklungshelferin, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero".

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums wies italienische Vorwürfe zurück, grobe Fehler bei den Verhandlungen mit den Kriminellen begangen zu haben, die Cantoni entführt hatten. "Wir tun unser Bestes, damit Cantoni so bald wie möglich zurück kehren kann", so der Sprecher des Innenministeriums. Er dementierte, dass die Verhandlungen mit den Kidnappern ins Stocken geraten seien.

Laut italienischen Medienangaben verlangen die Entführer, bei denen es sich nicht um Terroristen, sondern um "normale Kriminelle" handeln soll, unter anderem die Freilassung mehrerer afghanischer Gefangener. Einer der angeblichen Entführer hatte sich schon in mehreren Interviews zu der Geiselnahme geäußert. Ein Ultimatum war bereits am Mittwochvormittag verstrichen.

In Kabul sind weitere Solidaritätsaktionen für die Mitarbeiterin des internationalen Hilfswerks CARE geplant. Auch in Mailand soll es am Wochenende zu Großkundgebungen für die Freilassung der Frau kommen. (APA)

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