Gewalt gegen Frauen - eines der größten Gesundheitsrisiken

29. Mai 2005, 11:39
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Wann wird endlich gehandelt, fragt sich das Netzwerk Frauengesundheit Berlin anlässlich des Aktionstags am 28. Mai

Berlin - Anlässlich des Internationalen Aktionstages für Frauengesundheit am 28. Mai fordert das Netzwerk Frauengesundheit Berlin Politik und Gesellschaft auf, sich verstärkt gegen Gewalt gegen Frauen und Kinder einzusetzen und deren Gesundheit stärker zu fördern. Gewalt gegen Frauen und Kindersei vermeidbar, ein gewaltfreies Leben ein Menschrecht, dass jeder vierten Frau in Deutschland verwehrt wird, so das Netzwerk.

Gewalt gegen Frauen und Kinder verursacht psychische und körperliche Verletzungen, setzt Mädchen und Frauen der Gefahr von Krankheiten wie z.B. Aids und Geschlechtskrankheiten aus. Im schlimmsten Fall endet sie mit dem Tod der Frauen. Gesundheitliche Langzeitfolgen zeigen sich auf körperlicher, psychischer oder psychosomatischer Ebene.

Als ein Ergebnis jahrzehntelanger Anstrengung durch Frauenorganisationen und -projekte setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass Gewalt gegen Frauen einen zerstörerischen Einfluss auf das Leben von Frauen, aber auch von Familien, Gemeinschaften und Gesellschaften als Ganzes hat.

Forderungen

Der Aufruf zum Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit betont die Verantwortung der Politik und des (Öffentlichen) Gesundheitssystems. Es müssten endlich wirksame Präventionsmaßnahmen und Versorgungsangebote bereitgestellt werden, die die Bedürfnisse der Frauen in das Zentrum stellen und Frauen vor Gewalt schützen. Betroffene brauchen eine wirksame, angemessene gesundheitliche Versorgung, was eine beständige finanzielle Absicherung der Unterstützungsangebote voraussetzt.

Das geplante Präventionsgesetz müsse genutzt werden, um dieses Ziel zu verankern. Dadurch können bundesweite Kampagnen, Modellprojekte, Maßnahmen in den Lebenswelten von Frauen und Kindern und zu deren persönlicher Stärkung und Unterstützung durchgeführt werden, so das Netzwerk Frauengesundheit. Außderdem fordert es, dass Gewaltpräventionsstrategien mit dem Gesundheitsversorgungssystem verknüpft werden. In Berlin werden voraussichtlich 4 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verfügung stehen. Das Netzwerk fordert die Verantwortlichen auf, einen angemessenen Teil für Gewaltprävention einzusetzen.

Erkennen und Behandeln von Gewalt als Ursache von gesundheitlichen Problemen und Erkrankungen. Es ist notwendig, dass alle, die mit Frauen und Kindern arbeiten oder sie behandeln, geschult werden, sowohl im Bereich Gender als auch im Bereich Gewalt gegen Frauen.

Systematische Berichterstattung von Gewalt gegen Frauen und deren Folgen

Bis heute fehlen ausreichende Daten in allen Bereichen, um Ausmaß und Folgen von Gewalt darstellen zu können, führt das Netzwerk weiter aus. Diese wäre aber nötig, um wirksame Maßnahmen fordern und durchführen zu können. Notwendig sind klare Richtlinien für die Untersuchung und Behandlung von Betroffenen und deren Dokumentation.

Der Internationale Aktionstag der Frauenorganisationen aber auch aktuelle Kampagnen internationaler Organisationen wie der WHO und der UN zeigen, dass wir es uns in Deutschland nicht länger leisten können, Gewalt gegen Frauen und Kinder zu ignorieren. (red)

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