50:44 - Merkel schlägt erstmals Schröder

31. Mai 2005, 14:36
74 Postings

Union baut laut Umfrage Vorsprung aus - Große Koalition für SPD-Parteichef Müntefering möglich: "Wäre keine Sünde"

Berlin - Die Union hat ihren Vorsprung vor der SPD in einer Umfrage des ZDF-Politbarometers weiter ausgebaut. Die designierte Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel überholt den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sogar erstmals auch im direkten Vergleich.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten CDU und CSU um einen Punkt auf 45 Prozent der Wählerstimmen zulegen, wie das ZDF unter Bezug auf eine Politbarometer-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen am Freitag berichtete. Die SPD käme unverändert auf 30 Prozent, die Grünen müssten dagegen einen Punkt auf acht Prozent abgeben. Die FDP erreicht den Angaben zufolge sechs Prozent, die PDS wäre mit fünf Prozent der Stimmen im Bundestag vertreten.

Im direkten Vergleich zwischen den voraussichtlichen Spitzenkandidaten kann Herausforderin und CDU-Chefin Merkel auf eine Zustimmung von 50 Prozent setzen. Kanzler Schröder erreicht demnach 44 Prozent. Nach der Wahlniederlage der SPD in ihrem Stammland Nordrhein-Westfalen am vergangenen Sonntag hatten Schröder und SPD-Parteichef Franz Müntefering angekündigt, die Bundestagswahl um ein Jahr auf kommenden Herbst vorziehen zu wollen.

Große Koalition?

Eine große Koalition von SPD und Union ist für SPD-Parteichef Franz Müntefering "keine Sünde". Dies sei "aber nichts, was ich suche", sagte Müntefering dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Er verwies darauf, dass in Schleswig-Holstein eine große Koalition regiert und dass es dies "auch auf Bundesebene schon einmal gegeben" hat. Seinen Parteifreunden riet Müntefering, sich nicht auf eine vermeintlich leichtere Oppositionsrolle einzustellen. "Ich bin immer für das Regieren, das ist gar keine Frage."

Der SPD-Vorsitzende rechtfertigte erneut die Entscheidung, ohne rot-grüne Koalitionsaussage in den Wahlkampf zu ziehen. "In der besonderen Situation, wie wir sie jetzt haben, erfordert der Wahlkampf eine absolute Konzentration auf das Eigene." So sei es schon 1998 gewesen, als Rot-Grün "eher eine zufällige Koalition wurde." Es handle sich um "ein Zweckbündnis und keine Liebesheirat". Befragt zu möglichen Koalitionen nach der Wahl versicherte Müntefering: "Wenn sich die Möglichkeit ergibt, wird das bisherige Bündnis fortgesetzt." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Merkel im Aufwind, die SPD kann sich eine Große Koalition für Deutschland vorstellen

Share if you care.