Überalterung Österreichs nicht mehr zu stoppen

29. Mai 2005, 21:16
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Bereits in 30 Jahren ist jeder Dritte über 60

Wien - Auch wenn laut Statistik Austria im vergangenen Jahr wieder mehr Kinder geboren wurden, ist die Überalterung Österreichs nicht mehr aufzuhalten. Bis 2035 ist jeder Dritte über 60. Dass es 2055 einen enormen Pflegebedarf geben wird, ist daher leicht auszurechnen.

2015 über zwei Millionen Österreicher über 60 Jahre

Bereits 2015 werden durch die Nachkriegs-Kinder rund 2,05 Millionen Österreicher über 60 Jahre alt sein. Das ist laut Statistik Austria ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2001 mit 1,7 Millionen. 2030 werden es bereits 2,7 Millionen sein (plus 59 Prozent). Bis 2050 steigt ihre Zahl auf 2,94 Millionen (ein Plus von 73 Prozent gegenüber 2001).

Das bedeutet, 2015 ist bereits ein Viertel der Gesamtbevölkerung über 60 und im Jahr 2035 sogar ein Drittel. Bis 2050 wird ihr Anteil bereits auf 36 Prozent ansteigen.

Westen hat am meisten alte Menschen

Die meisten Über-60-Jährigen wird es laut Prognose im Westen geben. In Vorarlberg, Tirol und Salzburg sollte sich deren Zahl bis 2050 verdoppeln. In Nieder- und Oberösterreich wird der langfristige Zuwachs knapp über dem Österreichdurchschnitt von plus 73 Prozent liegen. Wien sowie die restlichen Bundesländer entwickeln sich hingegen unter dem Bundesschnitt. Den schwächsten Zuwachs hat langfristig die Donaumetropole (plus 56 Prozent bis 2050), gefolgt von Kärnten (plus 58 Prozent), der Steiermark (plus 60 Prozent) und dem Burgenland (plus 64 Prozent).

Entsprechend steigt das Durchschnittsalter bis 2050 um 8,5 Jahre. Derzeit beträgt es 39,7 Jahre, dann wird es 48,2 Jahre betragen. Bei Männer nimmt es von 37,9 auf 46,6, jenes der Frauen von 41,4 auf 49,6 Jahre zu.

Alterungsschubs durch Baby-Boom-Generation

Ein Ende dieses starken Alterungsschubs wird erst dann in Sicht sein, wenn die Baby-Boom-Generation verstorben ist. Das prognostizierte zumindest Demographie-Experte Rainer Münz von der Universität Berlin vor zwei Jahren bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen.(APA)

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