De-Eskalation um "Botschaft der Wale" in Ulsan

27. Mai 2005, 13:10
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Greenpeace versucht Bau einer Walverarbeitungsanlage zu blockieren - statt Abriss friedliche Verständigung

Ulsan - Eine Wende zum Positiven in Sachen "Botschaft der Wale" meldet die Umweltorganisation Greenpeace. Greenpeace-Mitglieder aus 13 Ländern, darunter Österreich, besetzen seit mehr als einem Monat ein Gelände im südkoreanischen Ulsan, auf dem der Bau einer Walverarbeitungsanlage geplant ist. Sie waren zuletzt aufgefordert worden, das Camp bis zum Donnerstagabend zu verlassen - es drohte der Abriss.

Statt eines gewaltsamen Endes ist es laut Greenpeace nun jedoch zu einer Verständigung gekommen: Vertreter der örtlichen Fischer ließen sich in ein Gespräch mit den Umwelt-Aktivisten ein. Dabei wurden die Möglichkeiten des "Whale Watching"-Tourismus und andere wirtschaftliche Möglichkeiten im Zusammenhang mit Walen diskutiert. Weiters sei vereinbart worden, dass die "Botschaft" bis zur Sitzung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni fortgeführt werden kann. Das Räumungskommando der Polizei zog wieder ab.

Hintergrund der Protestaktion: Nach Angaben von Greenpeace will Ulsan zusammen mit einem Walmuseum auch eine "Walfleischfabrik" bauen. Die Stadt spricht dagegen von einer "Hygiene-Verarbeitungsanlage" für getötete Wale aus dem so genannten Beifang, das sind Tiere, die sich ungewollt in Netzen verfangen haben. Die Umweltschützer befürchten jedoch, dass der Bau Teil eines Plans ist, die eigene Walfangindustrie wieder aufzubauen und gezielt Jagd auf Wale und Delfine zu betreiben. In Südkorea ist der kommerzielle Walfang offiziell verboten. (red)

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