Streitkräftekommando: Chancen auf Erhalt

11. Dezember 2005, 18:07
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Auch Salzburgs Heereseinrichtungen könnten der Bundesheer-Reform zum Opfer fallen. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) rechnet aber mit guten Chancen für den Erhalt des umstrittenen Streitkräftekommandos in Salzburg.

Im Burgenländischen Pamhagen konferierten am Mittwoch die Landeshauptleute über die Heeresreform. Zentrale Forderung der neun Landesfürsten an Verteidigungsminister Günther Platter (ÖVP): Ein Militärkommando müsse in jedem Bundesland bestehen bleiben. Salzburgs Landeschefin Burgstaller gibt sich für ihr Bundesland optimistisch: "Die Länder betonen, dass bei den anstehenden Entscheidungen über die zukünftige Führungsstruktur des Bundesheeres ausschließlich Lösungen anzustreben sind, die vorhandene bewährte Strukturen sparsam und unter Berücksichtigung von sachlich-militärischen Erwägungen bevorzugen." Burgstaller erblickt in der Haltung ihrer Kollegen einen "Punktesieg für Salzburg", denn: "Wenn alle neun Landeschefs sagen, wir wollen, dass bei der Entscheidung über den zukünftigen Sitz des Streitkräftekommandos auf Vorhandenes und Bewährtes gesetzt wird, dann haben wir gute Karten, dass der Sitz des zukünftigen Streitkräftekommandos Salzburg wird". Laut Burgstaller würden schon heute zwei Drittel des Bundesheeres von Salzburg aus kommandiert. Burgstaller weiter: "Alle fachlichen und militärischen Erwägungen sprechen für Salzburg. Es könne schon jetzt den Großteil der zu erwartenden Führungsaufgaben übernehmen, woanders wären dazu umfangreiche Investitionen notwendig." Faktum freilich ist: Nach Platters aktuellen Plänen wird es künftig nur noch ein Streitkräftekommando für ganz Österreich geben. Ihm unterstehen unter anderem vier Brigaden, die Militärstreife, die Spezialeinsatzkräfte, eine Auslandseinsatzbasis, die Flieger- und Fliegerabwehrkräfte sowie die Militärkommanden der Bundesländer.

Front gegen Kahlschlag

Nach offiziellen Angaben wären 600 Arbeitsplätze von der Schließung des Kommandos in Salzburg betroffen. In einem Ergänzungsantrag traten Spitzenpolitiker aller Salzburger Landesparteien geschlossen gegen kolportierte Schließungs-Pläne ein. Auf dem Papier wird Verteidigungsminister Platter aufgefordert, unverzüglich eine eindeutige Stellungnahme zu den Bundesheerreformplänen und deren konkreten Auswirkungen auf das Land Salzburg abzugeben. Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer betonte, dass Salzburg in Österreich immer ein wichtiger Militärstandort gewesen sei. Die wirtschaftliche Bedeutung des Bundesheeres in Salzburg sei mit 12.444 Bediensteten und 24.000 Grundwehrdienern beachtlich". Laut Burgstaller könnte "der Ergänzungsantrag für den Erhalt des Streitkräftekommandos in Salzburg entscheidend sein".

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Ein Ende der Debatte um die Schließung von Heeresstandorten ist vorerst nicht zu erwarten. "Die künftigen Standorte sind vom Ministerrat noch nicht behandelt worden", so Platter. Als nächster Schritt würde die Planung zur Umstrukturierung der Standorte folgen. Erst dann würde der endgültige Liegenschaftsplan dem Ministerrat vorgelegt. (smeg)
  • Salzburg bangt um Heeres-Standorte
    foto: bundesheer

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  • Platters Reformkurs trifft auf Widerstand
    foto: bundesheer

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