Siemens kommt EU entgegen: VA Tech Hydro soll verkauft werden

26. Mai 2005, 18:39
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EU-Fusionskontrollverfahren in entscheidender Phase: EU-Kommission muss bis 20. Juli entscheiden

Wien - Im Zusammenhang mit dem Kauf des Linzer Anlagenbauers VA Tech hat Siemens der EU-Kommission nun einen Kompromiss angeboten. Um ein Veto der Brüsseler Kartellwächter zu verhindern, ist Siemens bereit, den VA Tech-Bereich Wasserkraft abzugeben. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der einzelnen VA Tech-Sparten trifft freilich die EU-Kommission, die in dieser Sache bis spätestens 20. Juli entscheiden muss.

Die Wassersparte ("VA Tech Hydro") galt schon bisher als eine wesentliche Hürde für die Übernahme der VA Tech durch Siemens. Siemens wollte ursprünglich dieses Geschäftssegment in das Joint-Venture mit dem deutschen Maschinenbau-Konzern Voith einbringen, an dem Siemens 34 Prozent hält. Die Verkaufsoption wurde immer als "ultimo ratio" gesehen.

"Sache von Verhandlungen"

Der Preis für die Sparte, die rund 30 Prozent des mit rund einer Milliarde Euro bezifferten Unternehmenswerts der VA Tech entspreche, sei "Sache von Verhandlungen", sagte Siemens Österreich-Generaldirektor Albert Hochleitner Anfang März.

Siemens hatte VA Tech im Frühjahr nach monatelangem, zähen Ringen mit den Hauptaktionären für rund eine Milliarde Euro gekauft. Das Unternehmen habe sich stets bemüht, eine Gesamtübernahme der VA Tech zu erreichen, hieß es in einer Erklärung Mittwochabend. Es zeichne sich allerdings ab, dass die EU-Kartellbehörde auf Grund erheblicher wettbewerblicher Bedenken eine Übernahme nur unter Auflagen genehmigen werde. Dies werde insbesondere das Wasserkraft-Geschäft der VA Tech betreffen.

"Um die Übernahme und Integration der anderen VA Tech Geschäftsaktivitäten und die Gesamttransaktion nicht zu gefährden, sieht Siemens sich deshalb gezwungen, der EU- Kommission eine Veräußerung des VA Tech Geschäftssegmentes Wasserkraft anzubieten", teilte Siemens Österreich mit. Man prüfe zurzeit die dadurch folgenden strategischen Auswirkungen für den Konzern. (APA)

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