Rund hundert AktivistInnen - Donnerstagmorgen geräumt - MedienvertreterInnen Zugang verweigert
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde das Areal beim Narrenturm im alten AKH besetzt und Donnerstagmorgen von WEGA-Einheiten geräumt.
Am Mittwoch gegen zehn Uhr abends drangen rund hundert AktivistInnen der Studierendenbewegung Freiraum in den seit zwanzig Jahren leer stehenden Werkstättenhof neben dem Narrenturm ein, um dort eigenen Angaben nach "das Gebäude zu renovieren und Blumen zu pflanzen". Um acht Uhr morgens wurden sie von rund sechzig WEGA-Kräften und Hundestaffeln geräumt. Die BeamtInnen beriefen sich auf eine Generalvollmacht der Universitätsleitung.
JournalistInnen weggedrängt
Verletzt wurde bei der Räumung niemand. Anwesende MedienvertreterInnen wurden jedoch von PolizeibeamtInnen weggewiesen - "zu Ihrem Schutz vor unseren Hunden", wie ein Beamter erklärte. Zwei FotografInnen berichteten, die Polizei hätte ihre Kameras konfisziert und Fotos gelöscht.
Mit der Bevollmächtigung reagiert das Rektorat der Uni Wien auf die bereits vierte "Freiraum"-Besetzung im Universitätsgelände. In Zukunft sollen PolizeibeamtInnen ohne Rücksprache mit der Uni Wien gegen Besitzstörungen im Bereich des Narrenturms einschreiten dürfen. Die Gruppe "Freiraum" gab am Donnerstag per Presseaussendung bekannt, die Universitätsleitung zuvor mehrmals zu Verhandlungen über die Nutzung des leer stehenden Areals eingeladen zu haben. Das Rektorat habe jedoch nie darauf reagiert. (mas)