Militante Palästinensergruppe verkündet Waffenruhe

27. Mai 2005, 16:12
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Bedingung für Komitee des Volkswiderstands ist Beenden der israelischen Angriffe und Vorstöße - Lob Rices für Abbas: Verantwortungsbewusster Politiker

Gaza/Washington - Die militante Palästinensergruppe Komitees des Volkswiderstands hat der von ihr verfolgten Politik des bewaffneten Kampfes vorübergehend entsagt und eine Waffenruhe angekündigt. Nach Gesprächen mit einer Abordnung ägyptischer Sicherheitsleute sagte ihr Sprecher Abu Abir der Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend in Gaza, unter der Voraussetzung, dass Israel seine Angriffe und Vorstöße beende, werde die Gruppe die Waffen schweigen lassen.

Die ägyptische Delegation sprach auch mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas über die Fortsetzung der Waffenruhe. Am Freitag hatten die Komitees des Volkswiderstands, die Al-Aksa-Brigaden und die Hamas sich als Reaktion auf die Tötung eines Hamas-Kämpfers zu Angriffen auf jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen bekannt.

Lob Rices für Abbas

US-Außenministerin Condoleezza Rice lobte unterdessen den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas als verantwortungsbewussten Politiker, der sich von seinem Vorgänger Yasser Arafat positiv unterscheide. Der Kritik, dass Abbas zu wenig gegen bewaffnete islamistische Kämpfer unternehme, wollte sich Rice im Gespräch mit AFP nicht anschließen. Abbas sei sich der Verpflichtung zur Entwaffnung "terroristischer Organisationen" gemäß dem Friedensfahrplan, der so genannten Roadmap, des Nahostquartetts aus USA, UNO, EU und Russland bewusst. Er habe bereits "gute und zahlreiche strukturelle Änderungen" vorgenommen. Allerdings müssten die palästinensischen Sicherheitskräfte noch stärker umstrukturiert werden.

Am Donnerstag trifft Abbas mit US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus in Washington zusammen. Bei der Unterredung soll es unter anderem um die Bemühungen der palästinensischen Seite gehen, die Waffenruhe mit Israel einzuhalten. Bush will mit dem Treffen zur Umsetzung der Roadmap beitragen. Sie sah ursprünglich die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaats noch in diesem Jahr vor. Bush strebt die Gründung nun für 2008 an. (APA)

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