Iraker starb in CIA-Gewahrsam: Anklage gegen Soldaten

30. Mai 2005, 08:39
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Andrew Ledford soll Manadel Jamadi "gegen den Arm geboxt" haben - Geheimagenten, die Verhör führten, gegen straflos aus

Washington - In San Diego (Kalifornien) hat ein Prozess um den Tod eines irakischen Häftlings im Gewahrsam des US-Geheimdienstes CIA begonnen, aber vor Gericht steht kein einziger CIA-Beamter. Stattdessen ist ein US-Soldat angeklagt, dessen Einheit den mutmaßlichen Rebellen gefasst und lebend an Geheimdienstmitarbeiter im Gefängnis von Abu Ghraib bei Bagdad zum Verhör übergeben hatte, wie die "Washington Post" am Mittwoch berichtete.

In Militärkreisen habe die Tatsache, dass sich kein CIA-Beamter verantworten müsse, Empörung ausgelöst. Medienberichten zufolge war der Gefangene in Abu Ghraib schwer gefoltert worden und kurz nach seiner Ankunft in dem Gefängnis gestorben. Wie es heißt, war er an seinen gefesselten Handgelenken aufgehängt worden. Der Vorfall ereignete sich vor rund 19 Monaten.

Vor dem Militärgericht in San Diego steht seit Dienstag der Soldat Andrew Ledford, ein Angehöriger der Marine-Eliteeinheit SEAL. Er wird nach Angaben der "Washington Post" beschuldigt, gegen den Arm des Gefangenen geboxt, sich mit dem Häftling fotografieren gelassen und während der Ermittlungen gelogen zu haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Angeklagten bis zu elf Jahre Haft. (APA/dpa)

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    Manadel Jamadi starb in CIA-Gewahrsam. Auf dem Bild posiert die US-Soldatin Sabrina Harman mit seiner Leiche.

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