Barroso: Misstrauensantrag "bewusstes Manöver"

30. Mai 2005, 15:03
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Antrag "menschlich unanständig" - Kommissionspräsident verteidigt sich gegen Vorwürfe wegen Gratis-Kreuzfahrt

Brüssel - EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat sich im Europa-Parlament gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Gratis-Kreuzfahrt im vergangenen Sommer verteidigt. Die Seereise auf Einladung eines griechischen Reeders und Bankiers stehe in keinem Zusammenhang mit Entscheidungen der EU-Kommission, sagte Barroso am Mittwoch in Brüssel.

Der Misstrauensantrag von 77 EU-kritischen Abgeordneten sei "ein bewusstes Manöver", um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union zu beschädigen.

"Menschlich unanständig"

Unterstützt wurde Barroso von den Vorsitzenden der vier größten Fraktionen im EU-Parlament. "Ich halte diesen Antrag für menschlich unanständig und politisch durchsichtig, weil er gegen die Einigung des Kontinents gerichtet ist", sagte EVP-Fraktionschef Hans-Gert Pöttering.

Der CDU-Politiker schloss während der Debatte seinen britischen Parteifreund Roger Helmer aus der Fraktion aus, der den Antrag gegen Barroso unterstützt. Helmer hatte im Plenum erklärt, Pöttering habe deshalb Druck auf ihn ausgeübt.

Das Parlament wird auf seiner nächsten Sitzung im Juni - nach den Volksentscheiden in Frankreich und den Niederlanden zur EU-Verfassung - über den Misstrauensantrag abstimmen. (APA/dpa)

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    Jose Manuel Barroso verteidigt seine Kreuzfahrt

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