Libyen: Ferrero-Waldner setzt sich für Krankenschwestern ein

26. Mai 2005, 21:21
2 Postings

Fünf Bulgarinnen wegen HIV-Epidemie zum Tode verurteilt

Tripolis - EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hat sich in Libyen für die Freilassung von sechs Krankenhausmitarbeitern aus Europa und dem Nahen Osten eingesetzt, die in dem Land zur Todesstrafe verurteilt worden sind. "Ich habe ... den starken Wunsche Europas unterstrichen, dass die Beweise, die zur Verurteilung geführt haben, überprüft werden und dass sie so schnell wie möglich freikommen", sagte Ferrero-Waldner am Mittwoch in Tripolis.

Geständnisse unter Folter

Libyen wirft den fünf Pflegemitarbeitern aus Bulgarien und einem Palästinenser vor, 426 Kinder vorsätzlich mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Die sechs Frauen und Männer sitzen seit 1999 in einem libyschen Gefängnis und wurden 2004 zum Tode verurteilt. Die EU bestreitet jedoch die Rechtmäßigkeit der Urteile ab, da die Geständnisse der Verurteilten unter Folter entstanden seien. Es wird erwartet, dass das oberste libysche Gericht am 31. Mai über eine Berufung gegen das Todesurteil entscheidet.

Ferrero-Waldner traf in Tripolis mit Revolutionsführer Muammar Gaddafi und Ministerpräsiden Shokri Ghanem zusammen. Gaddafi habe ihr gesagt, dass die Entscheidung bei den Justizorganen liege und die Bevölkerung des Landes "sehr, sehr sensibel in dieser Frage" sei, berichtete Ferrero-Waldner. Es gebe wenig Hoffnung auf einen raschen Durchbruch, sagte die frühere Außenministerin.

Kinder mit dem HI-Virus

Ferrero-Waldner besuchte auch das Spital in Benghazi, in dem die Kinder mit dem HI-Virus angesteckt worden sein sollen. "Ich war zutiefst bewegt, die Kinder und ihre Familien zu sehen. Die Geißel Aids ist eine schreckliche Sache, aber wir möchten partnerschaftlich zusammenarbeit, um ihnen die bestmögliche Behandlung zu geben", erklärte Ferrero-Waldner.(APA)

Share if you care.