Berühren erwünscht!

25. Mai 2005, 14:43
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Durch Aktionen der Besucher wird die "Brain Opera" lebendig

Seltsame Objekte hängen von der Decke, stehen in Ecken, und jedes von ihnen birgt Klang. Der Besucher wird sofort ins Geschehen gezogen, findet sich mit den Händen ringend vor der "Gesture Wall" wieder. Über Sensoren werden Bewegungen in Musik umgesetzt. Vom tiefen Klavierregister bis zu hohen Cembaloklängen bietet die "Gesture Wall" ein Spektrum an Dynamik. Auf der Projektionsfläche sieht man die Töne als Impulse. Mensch und Maschine im Einklang.

Anhänger der Experimentierfreude kommen im vierten Stock auf ihre Kosten. Die von Tod Machover geschaffenen Musikstationen träumen davon, Kinder und Jugendliche zurück zum Musizieren zu bringen. Mit Technik beschäftigen muss man sich etwa bei den "Singing Trees", jenen kleinen Klangkabinen, in denen man die Reinheit seiner Stimme testen kann, auch nicht. Je nach der Reinheit des in ein Mikrofon gesungenen Tons erschallt im Kopfhörer eine harmonische bis dissonante Begleitung.

Ungeniert draufhämmern kann man auf die "Rhythm Trees", jene deformierten Gebilde, die mit Kunststoffanemonen und anderen Meeresbewohnern aus Plastik übersät am Raumende verharren. Der "Rhythm Tree" bietet für die Handfläche geschaffene "Perkussionsviecher". Kein Streichelzoo. Haut man auf eine Anemone, erschallt der Klang eines Schlaginstruments. Der zum Gruppenspiel einladende "Rhythm Tree" dient als Einführung in die Welt der Perkussion. Auf dem so genannten "Melody Easel", einem Touchscreen, werden durch die Berührung der Finger Melodien gemalt.

Die "Bildschirmstaffelei" erzeugt je nach Tonhöhe verschiedene optische Effekte. An die Zeit des wilden Computerspielens wird man erinnert, wenn man ins Cockpit der "Harmonic Driving Station" steigt. Denn dort heißt es: Autorennen-Erfahrungen auspacken und lenken, und zwar schnell! Das "Gefährt" ist eine einsame kleine Note, die mal bergauf, mal bergab gejagt wird. Am Steuer sitzend, kann man sich für die blauen oder die roten Abzweigungen entscheiden - sofern man diese in der Hitze des Autofahrens noch wahrnimmt - und so in klanglich heißere oder kühlere Gefilde abbrausen.

Höhepunkt der "Brain Opera" ist der "Future Music Blender". Auf einem "Sensor Chair" sitzend, kann man dirigierend einen Klangdschungel erforschen. Wem in der Musik noch etwas fehlt, der kann das ergänzen. Auf Chips sind Geräusche gespeichert. Die Besucher können auf Wunsch eigene Geräusche abspeichern und den neuen Chip in den Blender werfen. (ried/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. 5. 2005)

  • Sie sehen lustig aus und machen, so man sie anklopft, auch Musik - die Instrumente von Tod Machover.
    foto: hendrich

    Sie sehen lustig aus und machen, so man sie anklopft, auch Musik - die Instrumente von Tod Machover.

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