Kriminalistische Landkarten per Mausklick

27. Mai 2005, 09:11
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Mit einem neuen Sicherheitsmonitor können Hotspots in ganz Österreich minutenschnell analysiert werden

Wien - Regelrechte Landkarten des Verbrechens zeichnet eine neu entwickelte Funktion des Sicherheitsmonitors: Per Mausklick können die Ermittler in ganz Österreich nun Ansichten abrufen, auf denen Art und Häufigkeit der Verbrechen eingezeichnet sind. Das neue System wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Bundeskriminalamt (BK) in Wien präsentiert.

Verbreitung der Delikte auf einem Blick

Im Februar 2004 ging der Sicherheitsmonitor, der den Kriminalisten ermöglicht, bei bestimmten Delikten nach ähnlich gelagerten Fällen zu suchen, in Vollbetrieb. Seit Monatsbeginn spielt das System, mit dem bereits zahlreiche Serientäter ausgeforscht wurden, noch ein entscheidendes Stückl mehr: Die enthaltenen Daten wurden mit dem Geographischen Informationssystem (GIS) verknüpft und stellen bis auf die Hausnummer genau die Orte der Verbrechen dar. Für die Kriminalisten besteht der Vorteil darin, dass sie auf einen Blick die Verbreitung bestimmter Delikte nachvollziehen können.

Gespeist wird das System, das auf allen Dienststellen der Exekutive verfügbar ist, unmittelbar beim Aufnehmen der Anzeige, sagte der zuständige Leiter der Abteilung für Kriminalitätsanalyse, Statistik und Prävention im BK, Paul Marouschek. In einer Maske tragen die Beamten alle relevanten Daten wie Methode oder gestohlenes Gut ein, per Mausklick landen die Informationen im System und können landesweit mit anderen Verbrechen verglichen werden.

Entwickelt wurde das Programm nahezu völlig eigenständig vom Bundeskriminalamt: Zugekauft wurden lediglich die Software für die Landkartenerstellung. Angedacht sei nun eine Implementierung auf europäischer Ebene, sagte BK-Direktor Herwig Haidinger.

"Davon haben wir vor 15 Jahren als Kriminalisten geträumt", lobte der BK-Direktor das neue System: "Die Beamten vor Ort haben jetzt keinen Aufwand mehr, zu den Informationen zu kommen." Auch Innenministerin Liese Prokop (V) lobte das Programm als "absolutes Vorzeigeprojekt". (APA)

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