Ozon Prognosemodell geht in den Probebetrieb

27. Mai 2005, 09:43
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Spitzenwerte sollen vor ihrem Entstehen erkannt werden - Regelbetrieb ab 2007 möglich

Wien - In Wien geht heuer ein Ozon-Prognosemodell in Betrieb, das Spitzenbelastungen vorhersagen soll, noch bevor sie entstehen. Dies berichteten am Mittwoch Umweltstadträtin Ulli Sima (S) und die Chefin der Umweltschutzabteilung, Karin Büchl-Krammerstätter. Sollte alles planmäßig verlaufen, könnte das Modell, 2007 in den Regelbetrieb gehen.

Das Modell wurde 2004 von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur entwickelt. Auf Basis der verfügbaren Wetterprognosen soll das Computerprogramm die zu erwartende Ozonbelastung für die kommenden Tage errechnen.

Vorhersehbarkeit fehlte bisher

"Dann tun wir uns auch leichter mit kurzfristigen Maßnahmen", hoffte Sima. Eines der Hauptprobleme für die Stadt, um der Ozonbelastung wirkungsvoll entgegenzutreten, sei nämlich die fehlende Vorhersehbarkeit. Durch das Zusammenspiel verschiedener Komponenten könne ein Fahrverbot bei akutem Alarmzustand sogar kontraproduktiv wirken. Ein Anstieg des Ozons sei dann die Folge, da bestimmte, andere neutralisierende Schadstoffe mit einem Male ausfielen.

Man könne Maßnahmen deshalb nicht einfach aus dem Ärmel schütteln: "Das ist ein komplexer Wirkungszusammenhang", betonte Büchl-Krammerstätter. Außerdem sei die Situation beim Ozon ähnlich der beim Feinstaub, meinte Sima: Man befinde sich in einer Gemeinschaft mit den anderen Ländern der Region, da lediglich 20 Prozent der Ozonbelastung hausgemacht seien.

Generell gilt: Die Grenzwerte würden immer strenger und die Messungen immer genauer, erläuterte Büchl-Krammerstätter. Dadurch rücke das Problem mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung, obwohl es an sich "eher im Abnehmen begriffen ist". So seien in den vergangenen 14 Jahren die Spitzenwerte geringer geworden, das Jahresmittel verzeichne jedoch einen leichten Anstieg, berichtete Günther Schermann von der Luftmessstelle der MA 22. (APA)

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