Interesse wecken

25. Mai 2005, 13:22
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Zubin Mehta schätzt das Haus der Musik

Dass er wenig beschäftigt ist, kann man nicht sagen: Dirigent Zubin Mehta ist weltweit gern gesehener Gast, wenn es darum geht, Symphonik und Oper auf hohem Niveau umzusetzen. Dennoch übernahm Mehta die Ehrenpräsidentschaft für das Haus der Musik - und meinte, die fröhliche Präsentation der Inhalte, die Menschen mit den verschiedensten Musik-Geschmacksrichtungen zusammenbringt, Interesse weckt und Vorurteile gegenüber der Auseinandersetzung mit musikwissenschaftlichen Themen abbaut, sei entscheidend gewesen.

Wer bei Mehtas Kontakt - etwa mit dem virtuellen Dirigenten - dabei war, konnte sehen, wie viel Spaß ihm die Sache machte. Da musste er sich von den ihm nicht unbekannten Mitgliedern der Wiener Philharmoniker auch "harsche" Zurechtweisungen anhören. Etwas überrascht ob der philharmonischen Kritik, deutete er erstaunt und erheitert auf jenen Musiker, der gerade zu einer Schimpfkanonade ansetzte und meinte: "Den kenne ich, mit dem ist es nie leicht!"

Der Musikchef der Bayrischen Staatsoper - 1936 in Bombay geboren - hat ein gutes Verhältnis zu Wien. Er absolvierte an der Wiener Musikakademie bei Hans Swarowsky seine Dirigentenausbildung, ist ständiger Gast bei den Philharmonikern und wird ziemlich sicher eines der nächsten Neujahrskonzerte dirigieren. Einen Ehrenring der Philharmoniker hat er auch schon in Empfang genommen, und er ist Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper.

Seine Philosophie: "Ich denke, Musik ist dazu da, Leute zusammenzubringen. Leute, die einander nicht unbedingt anlachen, sitzen in einem Konzert neben einander. In einem Konzert gibt es nur positive Vibrationen." (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. 5. 2005)

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