Gysi: Kandidatur von Gesundheit abhängig

29. Mai 2005, 13:44
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PDS-Politiker hatte schon mehrere Herzinfarkte

Berlin - Der PDS-Politiker Gregor Gysi macht seine Entscheidung über eine Kandidatur bei einer vorgezogenen deutschen Bundestagswahl vom Rat seiner Ärzte abhängig. "Ich warte das ab. Danach entscheide ich das", sagte der frühere Partei- und Fraktionschef der Sozialisten am Mittwoch dem Fernsehsender N24.

PDS-Sprecher Hendrik Thalheim ergänzte, Gysi werde sich in der kommenden Woche eingehend untersuchen lassen. Damit verschiebe sich die Entscheidung Gysis über sein politisches Comeback. Die PDS war zunächst davon ausgegangen, dass die Entscheidung noch in dieser Woche fallen werde. Gysi hatte mehrere Herzinfarkte erlitten und musste sich im vorigen Jahr einer Hirnoperation unterziehen.

Schub

Die Partei erhofft sich von der erneuten Kandidatur ihres populärsten Politikers einen Schub für die Bundestagswahl, die um ein Jahr auf diesen Herbst vorgezogen werden soll. Gysi war 2002 als Berliner Wirtschaftssenator zurückgetreten, weil er dienstlich erworbene Bonusmeilen privat verflogen hatte. Er arbeitet jetzt wieder als Rechtsanwalt.

Gysi bekräftigte in dem Interview, dass ein formelles Zusammengehen der PDS mit der SPD-Abspaltung Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) bis zur Bundestagswahl aus zeitlichen Gründen nicht möglich sei. Der aus der Partei ausgetretene frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine hatte PDS und WASG zu einem Zusammengehen aufgefordert. Er stehe in Kontakt zu Lafontaine, sagte Gysi weiter. "Wir haben gestern miteinander telefoniert. Wir werden jetzt öfter telefonieren." (APA/Reuters)

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