Erstmals Hubschrauber auf dem Everest gelandet

30. Mai 2005, 18:04
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Französischer Testpilot stellt Weltrekord auf - Südtiroler Extrembergsteiger Kammerlander kritisiert Aktion

Paris - Der französische Testpilot Didier Delsalle (48) ist als erster Mensch mit einem Hubschrauber auf dem "Dach der Welt" gelandet. Delsalle setzte den Eurocopter Ecureuil/AStar in 8.850 Metern Höhe auf dem Mount Everest im Himalaja-Königreich Nepal auf. Gemäß den Anforderungen des Internationalen Luftfahrtverbandes blieb er mehr als zwei Minuten am Boden, bevor er zum Basislager in 2.866 Metern Höhe zurückflog. Der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander kritisierte die Aktion scharf.

Rettungseinsätze zwischen Testflügen

"Mir war es wie ein unerreichbarer Traum erschienen, den mythischen Gipfel zu erreichen", sagte Delsalle. "Trotz aller Schwierigkeiten, dieses Ziel zu realisieren, hat der Hubschrauber die Herausforderung bestanden, als wäre er vom Zauber des Ortes getragen worden." Während der Testflüge vor dem Rekordflug war Delsalle von der nepalesischen Regierung zu Rettungseinsätzen angefordert worden.

Wiederholter Rekord

Wie die europäische Herstellerfirma Eurocopter mitteilte, setzte der Ecureuil/AStar AS350B3 bereits am 14. Mai auf dem 8.850 Meter hohen Gipfel auf. Am folgenden Tag sei dieser Weltrekord erfolgreich wiederholt worden. Eurocopter ist eine Unterabteilung des Europäischen Luft- und Raumfahrtskonzern.

Bisheriger Rekord

Der bisherige Höhen-Landerekord am Himalaja von 7.670 Metern war 2004 mit einer extra mit stärkerem Motor versehenen Cheetah aufgestellt worden.

Geschwindigkeitsrekorde

Der französische Pilot hat mit der Ecureuil in Frankreich bereits 20 Jahre alte Geschwindigkeitsrekorde für Flüge in 3.000, 6.000 und 9.000 Metern Höhe gebrochen. Der Ecureuil ist ein Mehrzweck-Serienhubschrauber von Eurocopter, einer Tochter des europäischen Flugtechnikkonzerns EADS.

Kritik

Der Extrembergsteiger Hans Kammerlander hat die Landung des Hubschraubers auf dem Gipfel des Mount Everest scharf kritisiert. Damit sei ein Anreiz geliefert worden, "aus dem Bergsteigen eine Sightseeing-Tour für Millionäre zu machen", sagte Kammerlander der Tageszeitung "Die Welt". "Die Entscheidungsträger bei Eurocopter hätten sich ein anderes Ziel suchen sollen", sagte der Südtiroler Höhenbergsteiger, der 13 der 14 Achttausender bestiegen hat, darunter 1996 den Mount Everest. Kammerlander: "Was wird als nächstes passieren. Wird es einen Lift nach oben geben?"(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Eurocopter über dem Mount Everest

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