Michael Jackson wird nicht aussagen

27. Mai 2005, 16:21
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Verteidigung schließt Beweisaufnahme ab - Staatsanwalt Tom Sneddon will noch Gegenzeugen vorzuladen

Santa Maria - Der Prozess gegen den US-Popstar Michael Jackson wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs nähert sich der Schlussphase. Die Verteidigung schloss am Mittwoch im südkalifornischen Santa Maria ihre Beweisaufnahme vorerst ab. Damit steht nun auch fest, dass Jackson nicht persönlich in den Zeugenstand treten wird.

Das Procedere sieht vor, dass nun die Anklage das Recht hat, noch eine Reihe von Gegenzeugen vorzuladen. Staatsanwalt Tom Sneddon hatte am Dienstag angekündigt, dass er an fünf bis sechs Zeugen denke. Danach hat wiederum die Verteidigung das Recht, nochmals Zeugen aufzurufen. Nach Abschluss der Zeugenvernehmungen beginnen dann die Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Jay Leno als Entlastungszeuge

US-Talkmaster Jay Leno war am Dienstag als Entlastungszeuge vor Gericht erschienen. Er habe vor fünf Jahren mehrere Anrufe von dem damals krebskranken Jungen erhalten, sagte der Fernsehstar. Leno war bei seiner Ankunft vor dem Gerichtsgebäude von zahlreichen Fans mit Jubelrufen begrüßt worden. Die Anrufe hätten ihn misstrauisch gemacht. Der damals zehnjährige Krebspatient habe sich wie ein Erwachsener angehört, der vorgefertigte Sätze abliest. Er habe die Anrufe des Buben ein Mal erwidert, dann aber auf Anraten einer Bekannten den Kontakt abgebrochen, sagte der Gastgeber der "Tonight Show".

Leno bekräftigte aber, dass der Bub ihn nicht um Geld gebeten habe. "Keiner hat nach Geld gefragt, noch habe ich etwas gegeben", wurde der Moderator von der "Los Angeles Times" zitiert.

Mit Lenos Aussage wollte die Verteidigung ihren Vorwurf untermauern, dass der Junge und seine Mutter die Großzügigkeit von prominenten Leuten ausnutzen und sich bereichern wollten. Das angebliche Missbrauchopfer hatte bei seiner Aussage vor wenigen Wochen abgestritten, Leno jemals angerufen zu haben.

Der 46 Jahre alte Sänger ist wegen sexuellen Missbrauchs im Frühjahr 2003 angeklagt. Jackson wird auch vorgeworfen, die Familie des Jungen gegen deren Willen auf seiner Neverland-Ranch festgehalten zu haben. Zudem soll er sie unter Druck gesetzt haben, sich in einem Video positiv über ihn zu äußern. (APA)

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