52 Verletzte bei ETA-Anschlag

27. Mai 2005, 22:02
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Autobombenexplosion telefonisch angekündigt - Zapatero: "Einzige Zukunft der Terrorgruppe besteht darin, Waffen niederzulegen und sich aufzulösen"

Madrid - Bei einem Autobombenanschlag der baskischen Separatistenorganisation ETA sind am Mittwoch in Madrid mindestens 52 Menschen leicht verletzt worden. Kurz vor der Explosion des Sprengsatzes im Nordosten der Stadt sei bei einer baskischen Zeitung eine Warnung der ETA eingegangen, teilte die Polizei mit. Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero sprach von einem Terrorakt und warnte die ETA: "Die einzige Zukunft der Terrorgruppe besteht darin, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen."

Erst vor einer guten Woche hatte das spanische Parlament Friedensgespräche mit der ETA als möglich bezeichnet. Voraussetzung sei jedoch, dass die Organisation ihren bewaffneten Kampf für einen unabhängigen Baskenstaat im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs aufgibt.

Reaktion auf Regierungspläne?

Die Autobombe könnte eine Reaktion der ETA auf die Regierungspläne sein. Die spanische Opposition bezeichnete es als Fehler, der baskischen Separatistenorganisation Zugeständnisse zu machen. Innenminister Jose Antonio Alonso rief dazu auf, zunächst die Spekulationen über eine mögliche Waffenruhe der ETA ruhen zu lassen. Er kündigte ein hartes Vorgehen an: "Die Terrororganisation ETA ist immer noch lebendig, aktiv und funktionsbereit und wir bekämpfen sie mit unserer ganzen Entschlossenheit."

Am Morgen hatte ein anonymer Anrufer eine baskische Zeitung im Namen der ETA vor der Autobombe gewarnt. 45 Minuten später explodierte die in einem gestohlenen Lieferwagen deponierte Bombe in einem Industriegebiet der Hauptstadt. Die Polizei hatte das genannte Viertel zwar evakuiert, dennoch wurden Dutzende Menschen durch die Wucht der Explosion oder durch umherfliegende Glassplitter überwiegend leicht verletzt.

Eine Sprecherin der Rettungskräfte sagte, bisher seien 52 Menschen behandelt worden, die meisten wegen Schnittwunden und Hörschäden. Fünf Personen seien ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach dem Anschlag hing eine dicke Rauchwolke über dem Gebiet. Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr blockierten die Straße. Rund fünf Autos wurden bei der Explosion stark beschädigt, Fenster zersprangen in nahe gelegenen Gebäuden. Innenminister Alonso schätzte, die Bombe habe zwischen 18 und 20 Kilogramm Sprengstoff enthalten. (APA/Reuters)

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    Polizisten am Anschlagsort in Madrid

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