Immer mehr Pendler aus dem Umland nach Wien

27. Mai 2005, 16:43
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Pendlern wird das zügige Erreichen ihres Arbeitsplatzes weiter erschwert - Aknö fordert Verbesserungen bei den Öffis

St. Pölten/Wien - In Zeiten begrenzter Mittel für den Nahverkehr werde Bahnpendlern aus Niederösterreich das zügige Erreichen ihres Arbeitsplatzes in Wien weiter erschwert, kritisiert Josef Staudinger, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich (Aknö). "Ab Herbst werden vier von zehn Zügen, die morgens von St. Pölten und Wien unterwegs sind, nicht mehr in St. Pölten halten."

Grund dafür: "Diese Züge sind international" - und sollen möglichst schnell den Endbahnhof erreichen. Für die 7000 betroffenen Menschen, die dann allesamt auf drei Frühzüge angewiesen sein werden, bedeute dies: "Keine Sitzplätze und Verspätungen in schlecht ausgestatten Wagons", schilderte Staudinger bei der Vorstellung der diesjährigen Aknö-Pendlerstudie.

Dieser zufolge haben insgesamt 235.242 Niederösterreicher - mehr als die Hälfte der Gesamtarbeitsbevölkerung - ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Wohnbezirkes. Davon wiederum pendelt die Hälfte in die Bundeshauptstadt, während im umgekehrter Richtung rund 50.000 Arbeitnehmer unterwegs sind.

Überhaupt, so Studienautor Thomas Kronister, seien in den vergangenen vier Jahren immer mehr Niederösterreicher gezwungen, zu Erwerbszwecken das Land zu verlassen. Nicht nur nach Wien, auch - etwa aus dem Mostviertel - nach Oberösterreich. Dennoch stagniere wegen der undynamischen Wirtschaftslage die Gesamtpendlerzahl.

Vor allem bei der Bahn seien die Engpässe eklatant, betonte Staudinger. Daher - und um weitere Pendler vom Umsteigen aus eigene Auto abzuhalten - müssten Westbahn, Bahnhof Wien und Südbahn "endlich ausgebaut" werden. Auf eine "Verländerung" des Nahverkehrs solle verzichtet werden. (bri, DER STANDARD Printausgabe 26.5.2005)

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