Nicht nur "Musik im Riesen"

24. Mai 2005, 19:48
posten

Ensemble "Quatuor Mosaïques", der Bariton Matthias Goerne und der Pianist Pierre-Laurent Aimard

Seit zehn Jahren gibt es die Kristallwelten und den Riesen, einen von André Heller gestalteten begrünten Erdhügel mit glitzernden Augen. Doch nicht nur für Optik, auch für Akustik steht der ungewöhnliche Ort: Die von Thomas Larcher kuratierte Reihe Musik im Riesen hat sich zum fein abgestimmten Festival entwickelt. Auch heuer gibt es - neben Interpreten wie dem Ensemble Quatuor Mosaïques und dem Bariton Matthias Goerne - eine Personale: Larcher rückt den Pianisten Pierre-Laurent Aimard in fünf Konzerten in den Mittelpunkt. Auch Sprachkunst wirkt zentral in der "Musik im Riesen". Nicht zu überhören ist, wenn der wortmächtige Auschwitz-Überlebende und Nobelpreisträger Imre Kertész zweimal in drei Tagen aus seinem Werk vorträgt: Mittwoch aus dem "Roman eines Schicksallosen", am Freitag aus "Liquidation".

Beide Lesungen sind sorgfältig musikalisch eingebettet, der "Roman eines Schicksallosen" erklingt mit Schönberg und Ligeti, nicht zuletzt mit "4:33" von John Cage: Das radikale Werk der Stille fängt den Text des Entsetzens auf denkbar wertschätzende Weise auf. (pen/DER STANDARD, Printausgabe, 25./26.05.2005)

Swarovski Kristallwelten Wattens
05224/510 80
25.-29. 5.
täglich ab 20 Uhr
Share if you care.