Sharon verlangt Sicherheitsgarantien von Abbas

27. Mai 2005, 14:03
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Zusage für weitere Freilassungen von palästinensischen Häftlingen - Jerusalem soll ungeteilte Hauptstadt bleiben

Washington/Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat die Zusammenarbeit mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas von Sicherheitsgarantien abhängig gemacht. Solange Israels Sicherheit nicht gefährdet sei, sei eine Kooperation möglich, sagte Sharon am Dienstag in Washington. Er sicherte die Freilassung von weiteren 400 palästinensischen Häftlingen zu, forderte Abbas aber zugleich auf, härter gegen militante Organisationen vorzugehen.

Seine Regierung werde "alle denkbaren Anstrengungen" unternehmen, um der neuen Führung unter Abbas zu helfen. Der Rückzug aus dem Gaza-Streifen biete die Chance für eine Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit den Palästinensern. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit könne eine "neue Ära des Vertrauens" einleiten. Ein Treffen von Ministern beider Seiten, bei dem es um die Koordination der Räumung ging, endete am Montagabend jedoch ohne Ergebnis.

Sharon betonte, er habe bereits einen hohen politischen Preis für die Unterstützung eines Friedens mit den Palästinensern gezahlt. Er hoffe, Abbas werde eine demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft aufbauen und gegen Terrororganisationen vorgehen.

Zu Beginn seiner Rede betonte Sharon den Status von Jerusalem als "ewige, vereinigte und ungeteilte Hauptstadt des Staates Israel". Die Palästinenser wollten Teile Jerusalem zu ihrer Hauptstadt machen. Der Regierungschef bekräftigte außerdem, dass Israel die Kontrolle über die größten jüdischen Siedlungen im Westjordanland behalten werde. Die Palästinenser fordern das gesamte Westjordanland für sich.

Palästinenser legen Sicherheitsplan vor

Der palästinensische Innenminister Nasser Yussef legte dem israelischen Verteidigungsminister Shaul Mofaz am Montagabend einen Plan für die Gewährleistung der Sicherheit nach dem Abzug aus dem Gaza-Streifen vor. Mofaz wies das Konzept als unzulänglich zurück, wie ein Mitarbeiter des Verteidigungsministers sagte. In dem Plan werde lediglich beschrieben, wie die Sicherheitskräfte Plünderungen und Angriffe von Extremisten verhindern wollen.

Israelische Soldaten nahmen unterdessen an einem Kontrollpunkt im Westjordanland einen 15-jährigen Palästinenser fest, der zwei Rohrbomben bei sich trug. Bereits am Sonntag war am selben Kontrollpunkt bei Nablus ein 14-Jähriger mit ebenfalls zwei Rohrbomben festgenommen worden. (APA/AP)

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