"Schief geht's von selber"

25. Mai 2005, 09:58
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Elmar Fischer wird neuer Bischof von Feldkirch - Experten erwarten konservativen Kurs - mit Kopf des Tages

Der 68-jährige Generalvikar Elmar Fischer wird neuer Bischof der Diözese Feldkirch. Experten rechnen mit einem konservativen Kurs und sehen Fischer vor allem als Übergangslösung. Feldkirch - Der bisherige "zweite Mann" der Diözese Feldkirch übernimmt nun das Ruder. Generalvikar Elmar Fischer wird neuer Diözesanbischof und damit Nachfolger von Bischof Klaus Küng.

Küng selbst stellte auch gleich am Dienstag - nachdem der Vatikan die Entscheidung offiziell bekannt gegeben hatte - den neuen Bischof vor. Dabei zeigte er sich erleichtert darüber, dass er die Aufgabe des Feldkircher Bischofsamts nun übergeben könne. "Ich war sehr gerne in Feldkirch", betonte Küng, aber die Arbeit in Niederösterreich nehme ihn voll in Anspruch. Mit Fischer sei er sehr verbunden, "wir haben wirklich zusammengearbeitet und sind befreundet geworden".

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Bischof gab sich die ehemals rechte Hand von Küng bescheiden. Er habe sein Leben als sinnvoll und "in der Karriere ausreichend" gesehen, nun werde er versuchen, das "Amt des Bischofs anzugehen". Er hätte "nicht damit gerechnet", dass die Wahl auf ihn fallen würde und sei "überrascht" gewesen, als er gefragt wurde, ob der er das Amt übernehmen wolle. Zeit zum Nachdenken hätte er - so Fischer - nicht viel gehabt, aber man wisse "sowieso nie, was auf einen zukommt". Getreu dem Motto: "Probier's, schief geht's von selber" hätte er die Aufgabe angenommen.

Zu den anstehenden Personalentscheidungen innerhalb der Diözese gebe es derzeit "noch Überlegungen", erklärte der 68-Jährige. Unklar ist daher auch noch, ob der derzeitige Pastoralamtsleiter Benno Elbs - lange Zeit der eigentliche Favorit im Rennen um den Bischofsstuhl - in Zukunft in dieser Funktion bleibt. Kritischen Stimmen, die Fischer altersbedingt als Übergangsbischof sehen, entgegnete der als konservativ geltende Kirchenmann: "Die, die mich weniger mögen, können auf 75 hoffen." Er selbst denke erst darüber nach, wenn es "in Richtung 75 geht". Ein Verbleib im Bischofsamt müsse allerdings Sinn machen, denn ein "Sesselkleber" wolle er nicht sein.

Mit Fischer sei ein "älterer, erfahrener Priester mit langjähriger Leitungskompetenz" zum Bischof bestimmt worden, gratulierte Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn. Er wünsche ihm "den klaren und doch integrativen Weg seines Vorgängers fortzusetzen".

Keine Erneuerung

Für den Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner ist die Wahl Fischers "sicher kein Signal der Erneuerung, sondern eines der Kontinuität". Man habe jemanden aus dem innersten Kreis der Diözesanleitung gewählt, der den Weg Küngs fortsetzen werde. "Jene, die auf eine Erneuerung gehofft haben, werden enttäuscht sein", sagt Zulehner im STANDARD-Gespräch. Er glaubt, dass sich mit Fischer der Kandidat des Nuntius gegen jenen der Bischofskonferenz (Benno Elbs) durchgesetzt hat. Der Pastoraltheologe sieht Fischer als Übergangsbischof: "Bei allem Respekt vor älteren Menschen, aber sechs Jahre sind keine lange Amtszeit." (APA, mro, pm)

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    15 Jahre war er "zweiter Mann" hinter Bischof Klaus Küng. Nun leitet Elmar Fischer die Vorarlberger Diözese.

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