Krach zwischen Kärnten und Friaul

27. Mai 2005, 14:30
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Haider sagt Festakt in Brüsseler Verbindungsbüro kurzfristig ab

Noch nicht einmal ganz eingezogen, gibt es schon Krach zwischen den Partnern: Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider sagte die für Dienstag geplante offizielle Eröffnung des gemeinsamen Brüssel-Büros der Regionen Kärnten und Friaul-Julisch Venetien kurzfristig ab. Auch Außenministerin Ursula Plassnik strich die Teilnahme an dem geplanten Festakt aus dem Terminkalender.

In einer Aussendung hieß es, dass der "Festakt zur Eröffnung des Verbindungsbüros des Landes Kärnten bis auf Weiteres verschoben werden muss". Es solle noch auf den Einzug des dritten Partners, der Region Istrien, gewartet werde und dann ein gemeinsamer Festakt stattfinden.

In Brüssel hieß es, dass sich Haider und die Kärntner in dem Programm nicht genügend repräsentiert und von den Friaulern an den Rand gedrängt fühlten. Der Kärntner Landeshauptmann soll sich in einem Telefonat beim Präsidenten der Region Friaul, dem Kaffeemagnaten Riccardo Illy, beschwert haben.

So lud Friaul am Dienstag allein zu einem Festakt. Illy sagte am Dienstag zu Journalisten in Brüssel, dass "nie vorgesehen" gewesen sei, eine gemeinsame Veranstaltung mit Kärnten zu machen. Schließlich gehöre das Haus in der Rue du Commerce Friaul, Kärnten sei nur Mieter, so seine etwas kühle Aussage.

Dies lässt auf ernsthafte Verstimmungen zwischen Kärnten und Friaul schließen, die durch die gemeinsame Repräsentanz die Lobbyarbeit ihrer beiden Regionen in Brüssel verstärken wollen. Die beiden Mitarbeiterinnen des Kärntner Büros sind aber schon teilweise in das neue, gemeinsame Büro eingezogen. (DER STANDARD, Print, 25./26.5.2005)

Alexandra Föderl-Schmid aus Brüssel
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