Sonderausgabe der jüdischen Zeitschrift "Tribüne" auf Englisch

27. Mai 2005, 14:15
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Zum 40-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen Deutschlands mit Israel

Die deutsche Zeitschrift für das Verständnis des Judentums, die "Tribüne", ist in einer Sonderausgabe in englischer Sprache erschienen. Anlass ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen der Bundesrepublik mit Israel im Mai vor 40 Jahren. Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau sagte bei der Vorstellung am Dienstag in Berlin, die Zeitschrift habe die Entwicklung der Beziehungen eng begleitet. Die englische Ausgabe solle auch in die USA und nach Großbritannien wirken.

Israels Botschafter Shimon Stein sagte, die Gründung der "Tribüne" durch Juden und Nichtjuden sei eine Reaktion auf die Schändung von Synagogen in Köln und Bonn 1959 und eine darauf folgende Welle des Antisemitismus gewesen. Obwohl beide Länder über die Außen- und Sicherheitspolitik hinaus viele weitere Gemeinsamkeiten hätten, seien und blieben ihre Beziehungen einzigartig. Deutschland sei nach den USA der zweitwichtigste Partner Israels. Zwischen Deutschland und Israel sei eine Partnerschaft entstanden, die für die Zukunft bedeutsam sein könne.

Der Botschafter stellte jedoch die Frage, ob das Fundament der Beziehungen weitere 40 Jahre halte. Eine unverzichtbare Voraussetzung sei die intensive Fortsetzung des gegenseitigen Austauschs nach dem Abtreten der Erlebnisgeneration. Eine halbe Million Jugendlicher habe bisher an dem vor 50 Jahren begonnenen deutsch-israelischen Jugendaustausch teilgenommen. Beim anstehenden Staatsbesuch des israelischen Präsidenten Moshe Katzav kommende Woche wolle der deutsche Bundespräsident Horst Köhler mit einem Fest für 600 junge Deutsche und Israelis ein Zeichen setzen.

Die mit Beteiligung des Auswärtigen Amts erstellte "Tribüne"-Sonderausgabe enthält Beiträge von Köhler und Katzav. Unter den weiteren Autoren sind Bundeskanzler Gerhard Schröder, Oppositionsführerin Angela Merkel, Außenminister Joschka Fischer, der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, und Bildungsministerin Edelgard Bulmahn. (APA)

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