Neue Großoffensive der US-Truppen

29. Mai 2005, 11:42
19 Postings

Angeblich verletzter Al-Kaida-Chef soll sich in Haditha aufhalten - Genesungswünsche und Gebete im Internet

Ramadi - Die US-Armee hat im Westirak zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Großoffensive gegen mutmaßliche Rebellen begonnen. Nach einem Mörserangriff von Aufständischen auf einen Stützpunkt der US-Marineinfanterie an einem Euphrat-Damm rückten in der Nacht zum Mittwoch Hunderte von Soldaten aus. Sie riegelten laut Augenzeuge die Ortschaften Haditha und Barwana ab. Nach Angaben von Ärzten in Haditha wurden bis zum Morgen fünf Iraker getötet und sieben weitere verletzt. Die Truppen hätten zahlreiche Verdächtige gefangen genommen.

Bei der Operateration "Matador" rund um die Stadt Al-Kaim an der syrischen Grenze waren in der zweiten Mai-Woche mehr als 100 mutmaßliche Aufständische und Terroristen getötet worden. Anfang dieser Woche waren irakische und amerikanische Soldaten bei Razzien vor allem in den Rebellenhochburgen in und um Bagdad gegen Terroristen vorgegangen. Die Übergangsregierung erklärte am Mittwoch, dabei seien in Abu Ghraib und Bagdad mehr als 400 mutmaßliche Aufständische festgenommen worden.

Zarquawi soll sich in der Provinz Anbar aufhalten

Das US-Militär wollte eigenen Angaben zufolge mit der Besetzung der Stadt gegen die in der Region angestiegene Aktivität der Rebellen vorgehen.

In der Region Anbar vermutet das US-Militär viele militante Kämpfer, darunter den Al-Kaida-Chef Musab al-Zarqawi, auf dessen Kopf das Militär 25 Millionen Dollar (19,8 Millionen Euro) ausgesetzt hat.

Am Dienstag war eine Erklärung im Internet verbreitet worden, derzufolge Zarqawi verletzt ist. "Betet für die Heilung unseres Scheichs Abu Musab al-Zarqawi von einer Verletzung, die er auf dem Weg Gottes erlitten hat", hieß es in der Erklärung.

Der in London lebende ägyptische Islamist Hani al-Sebai zeigte sich überzeugt, dass der Gesuchte bei einem Gefecht im Irak schwer verletzt oder gar getötet worden ist. Eine entsprechende Erklärung im Namen seiner Terrororganisation Kaida al-Jihad im Zweistromland war am Dienstagabend in einem Islamistenforum im Internet veröffentlicht worden. Der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" sagte Al-Sebai: "Dies ist ein Nachruf." Das Verteidigungsministerium in Bagdad erklärte, ein "Sekretär" al-Zarqawis sei in der Provinz Dijala festgenommen worden.

Viele Anhänger der Extremisten-Organisation Al Kaida kamen der Aufforderung nach und sandten Zarqawi Genesungswünsche. "Oh Gott, nimm den Schmerz von Abu Musab und heile ihn, da jede Heilung und Medizin nur von dir kommen kann", schrieb eine Gruppe, die sich selbst die Globale Islamische Medien-Front nannte.

"Zur Hölle mit all den schmutzigen Killern"

Nach der Bekanntgabe der angeblichen Verletzung des jordanischen Extremisten Abu Musab al-Zarqawi auf einer islamistischen Webseite hat eine Kaskade von Glückwunsch-SMS irakische Handys überflutet. "Glückwunsch an die Iraker für die Verletzung des Schweins Zarqawi", hieß es in der auf Arabisch gehaltenen, ungekennzeichneten Botschaft. "Zur Hölle mit all den schmutzigen Killern."

Ranghohes Mitglied der Zarqawi-Gruppe festgenommen

Die US-geführten multinationalen Streitkräfte im Irak haben die Festnahme eines ranghohen Mitglieds der Gruppe des Extremistenführers Abu Musab al-Zarqawi bekannt gegeben. Molla Kamal al-Assawadi sei an einem Kontrollpunkt nahe Balad etwa 70 Kilometer nördlich von Bagdad von einem irakischen Soldaten gefasst worden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Es handle sich um "eine der meistgesuchten Personen" in der Gegend.

Der Festgenommene habe vergeblich versucht, den Soldaten zu bestechen, um wieder freizukommen. Zudem habe er sich bemüht, seine Identität zu verschleiern. Derzeit werde Assawadi in einem Gefängnis der multinationalen Truppen festgehalten und verhört.

Dem Terrorverdächtigen wird vorgeworfen, eine bewaffnete Gruppe finanziert, Aufständische trainiert und Sprengsätze für Autobomben gebaut zu haben. Assawadi sei in der sunnitischen Unruhestadt Samarra ansässig gewesen, hieß es. (APA/Reuters)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Bild von Terroristenführer Zarqawi, das vom irakischen Innenministerium veröffentlicht wurde.

Share if you care.