Linke hat Beziehungsprobleme

von Redaktion  |  29. Mai 2005, 13:44

Keine Parteifusion von PDS und WASG vor der Wahl - SPD steht hinter Schröder

Die PDS und die "Wahlalternative Arbeit & Soziale Gerechtigkeit" (WASG) tun sich hurtig zusammen und ziehen nach der Wahl als vereinte Partei in den Bundestag ein - dieses Wunschszenario von Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine wird sich nicht erfüllen. Zunächst macht das Bundeswahlgesetz Lafontaine einen Strich durch die Rechnung: Dieses erlaubt zwar die Verbindung mehrerer Listen, allerdings nur bei ein und der selben Partei. Für den gemeinsamen Kampf gegen die SPD müssten die Nachfolgepartei der DDR-Staatspartei SED und die von frustrierten Genossen gegründete WASG formal also eine neue Partei ins Leben rufen. Dafür sei die Zeit vor der Wahl jedoch zu knapp, heißt es in der PDS.

Alleine die Urabstimmung über die Auflösung der PDS würde vier Wochen in Anspruch nehmen. In der kurzen Zeit vor der Wahl (wahrscheinlich am 18. September) will man sich voll auf den Wahlkampf konzentrieren.

Die PDS zögert

Doch das Zaudern der Postkommunisten hat auch andere Gründe. "Wir müssen sicher sein, worauf wir uns einlassen", sagt Parteichef Lothar Bisky. Nach der Wahl könne man die Option einer gemeinsamen Partei gerne in Ruhe prüfen, vorher werde sich die PDS aber nicht auflösen.

Dennoch wollen sich PDS-Politiker und WASG-Vertreter am Montag treffen und andere Möglichkeiten ausloten, wie ein linkes Bündnis bei der vorgezogenen Wahl antreten könne. Eine Möglichkeit wäre, dass sich nur eine Partei der Wahl stellt und die Kandidaten der anderen Partei auf ihrer Liste aufnimmt. So wollen auch die rechtsextreme NPD und DVU vorgehen.

Die SPD-Linken der Bundestagsfraktion wollen sich einem Abgang Lafontaines nicht anschließen, sondern stehen treu hinter Schröder und seinem Reformkurs. Auch Lafontaines Vertrauter Ottmar Schreiner bleibt auf Linie, versucht aber nun einen Mindestlohn und eine höhere Erbschaftsteuer ins Wahlprogramm zu reklamieren.

Schwer wiegende Probleme haben die Grünen: "Joschka ist einfach um 20 Kilo zu fett. Mit dem Ranzen kann er keinen Wahlkampf machen", klagen Freunde in der Süddeutschen Zeitung über den Außenminister. Während sie sich nach der Vorstandssitzung am Montag mit Schnitzel stärkten, gab es für ihn nur Salat. (DER STANDARD, Printausgabe, 27.5.2005)

Birgit Baumann aus Berlin
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Christian Michael GASSNER
27.05.2005 23:33
Auflösung der PDS? Mitnichten!

Nicht die PDS sollte sich auflösen, sondern die Wessis endlich akzeptieren, dass die PDS eine überaus erfolgreiche Partei dank konsequenter linker Politik ist - also Eintritt in die Westdeutschen Sektionen der PDS und mitmachen! Damit beim Aufbau West endlich mehr weitergeht und die beschämenden Wahlresultate dort (1% auf dem flachen Land, 2-3% in den Großstädten) endlich auf Ostniveau steigen! EUROPA BRAUCHT EINE STARKE DEUTSCHE LINKE jenseits der Bourgeoiseparteien SPD und Grüne!

Girgl Galgenstein
28.05.2005 18:24
Erfolgreich?

Vielleicht als Partei, solange sie nicht an der Regierung ist. Schon die Pleite der SED-Politik mit der DDR vergessen?
Erfolgreich als Partei? Ja, dank der Millionen, die man vom SED-Vermögen mitnehmen konnte.

NIE4
28.05.2005 15:02

Ihr Posting verklärt die Realitäten. Viele der jetzt in der WASG waren vorher, mit mäßigem Erfolg in der PDS aktiv. Viele sind aber nicht mit dem Strukturkonservativismus der überwiegend ostdeutsch geprägten PDS zurechtgekommen. Zudem ist die PDS im Westen für viele als Nachfolgepartei der SED nicht wählbar. Es kann daher als Ausweg nur eine Neugründung geben, der berühmte Schnitt den die SED, bzw. SED-PDS und dann PDS 1990, auch aus guten Gründen, nicht gehen wollte.
Weiterhin bestehen bei weiten Teilen Bedenken, wegen der in manchen Zügen ebenfalls neoliberalen Regierungspolitik der PDS in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Papierstau
26.05.2005 22:05
Beziehungsprobleme?

Wer braucht denn Lafontaine, ausser ein paar Journalisten in der Saure-Gurkenzeit?

Daniel Dillinger
27.05.2005 00:21

Lafontaine braucht Lafontaine.

Robert Kreitmeier2
26.05.2005 20:20
Treffend.

Die Financial Times schreibt heute über Lafontaine und Gysi: Zwei eitle Gockel auf dem gleichen Misthaufen. Die marschieren getrennt und nehmen sich gegenseitig und der SPD Stimmen weg. Tolle Strategie!

Frei sein 
27.05.2005 15:08

die Strategie könnte lauten: gemeinsam gegen die Cdu/cdu/fdp mehrheit.

Ofner
26.05.2005 18:41
Carpe diem

Aber in Österreich wär wohl genug noch Zeit für die Gründung einer linken Partei...!

Daniel Dillinger
26.05.2005 20:54

Reicht Ihnen die gebotene Auswahl zwischen SPÖ, Grünen und KPÖ nicht?

WBR
27.05.2005 04:57
Du hast die Sozialliberalen vergessen!

Und vermutlich gibts auch noch andere, von denen ich noch nichts gehört habe.

Ofner
27.05.2005 01:43

Aber wirklich nicht! Und nicht nur mir.

wab2
27.05.2005 07:27

Wie soll denn eine Partei aussehen, die etwa links von der KPÖ angesiedelt ist? Bitte um Details.

Manfred Gruber 
26.05.2005 23:17

Nur für Leute, die bereits Krejci für einen Linken halten.

mr smoky
26.05.2005 16:08
die hauptphase des wahlkampfs beginnt erst im september

während der sommermonate ist ein intensiv-wahlkampf rausgeschmissenes geld

also ein zeitproblem seh ich da nicht, sofern der wille zur umsetzung vorhanden ist

mfg
smoky

Robert Kreitmeier2
26.05.2005 20:17
Ganz sicher.

Wenn am 18. September die Wahl ist, dann beginnt wann der Wahlkampf? Eine Woche vor dem Wahltermin sind in Deutschland die Ferien zu Ende! Apropos hinausgeworfenes Geld: Sie verwechseln wohl einen Wahlkampf mit dem Verkaufen von Bretzen o.ä. Zu sicher Ihrem Leidwesen: wenn diesen Sonntag die Wahl wäre, hättet die Union 52 %. Das wird sich noch ändern, doch die Deutschen räumen den Roten noch zu 22 % Chancen ein.

mr smoky
26.05.2005 22:01

noch steht der wahltermin nicht fest

und einen intensiv-wahlkampf zu führen wenn nicht alle da sind um auch die botschaft zu hören halte ich für rausgeschmissenes geld - oder halten sie es für sinnvoll dass eine partei werbung macht und nur wenige bekommen das mit?

was nützt es wenn ich veranstaltungen mache und keiner kommt? was nützen plakate und kaum einer liest sie?

daher rechne ich mit einem anderen datum, auch wenn es derzeit nicht so aussieht

mfg
smoky

Konrad Euler
27.05.2005 10:06

das macht ja die neuwahl-aktion so genial. freiweilig neuwahlen erzwingen und dann noch zu diesem termin.

hochachtung, gerchd!

mr smoky
27.05.2005 11:12

hochachtung? oder flucht nach vorn?

der verlust von nrw auf ö umgelegt wäre in etwa wenn die spö in wien während einer rot/grünen bundesregierung auf dem 2. platz landet ... was dann innerhalb der spö passiert kann ich mir nur schwer vorstellen, aber richtungskämpfe wären sicher eine starke untertreibung ... ;)

mfg
smoky

Tobias Raddatz  
25.05.2005 18:14
Oh jee Lafontaine!

Lafontaine gehört nicht in die Politik, sondern in Behandlung - dringend!

holterdipolter
26.05.2005 17:22

stimmt ... und schon garnicht gehört er in die pds.

byron sully
24.05.2005 20:35
vielleicht

könnten sich ja lafontaine und gysi die arbeit teilen und beide als eine art spitzenkandidaten fungieren...?

Chien de Pique 
26.05.2005 00:30
Meine Reaktionen auf Ihre Antworten bezüglich

PDS und ÖVP wurden leider z.T. nicht durchgelassen, und jetzt ist der Artikel offenbar schon weg. Evt. konnten Sie sie noch lesen.

Conciergerie
24.05.2005 19:41
Gregor Gysi

mag zwar ein Charismatiker sein, der wo immer er auftritt die Massen in Begeisterung versetzt, aber auch er ist, nicht unähnlich Lafontaine, ein Bonvivant. Verdächtig, wenn ein Bourgeoise die rote Fahne schwingt und Proletarierlieder singt.

Manfred Gruber 
26.05.2005 23:21

Klar, ein echter Linker muss im Obbdachlosenheim wohnen, sonst ist er unglaubwürdig.

mr smoky
24.05.2005 18:13
wozu braucht lafontaine zeit?

um abzuwarten ob nach einer niederlage schröders die spd möglicherweise doch noch nach ihm ruft?

mfg
smoky

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