Derby: Große Sorgen bei Rapid

26. Mai 2005, 12:44
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Hickersberger hat gegen die Austria keine ausgewogene Mannschaft zur Verfügung - Stöger weiß, "wo wir der Rapid wehtun können"

Wien - Es ist angerichtet für ein grün-weißes Fußball-Fest. Über 46.000 Zuschauer im Happel-Stadion werden am Donnerstag nach dem Schlusspfiff beim 272. Wiener Derby gegen die Austria dabei sein, wenn Steffen Hofmann, Kapitän des frisch gebackenen Meisters SK Rapid, den Meisterteller von Bundesliga-Boss Frank Stronach überreicht bekommt.

Für die Fans eine doppelte Genugtuung, denn nicht nur Stronach in seiner Eigenschaft als Austria-Mäzen, auch seine Kicker müssen live vor Ort zuschauen, wenn die Hütteldorfer jene Ehrung entgegennehmen, die von der violetten Chefetage eigentlich für die Austria eingeplant war.

Verletzungssorgen bei Rapid

Dennoch geht bei Rapid die Angst um, dass sich der Erzrivale nicht mit der Rolle als Zaungast begnügt und als Partyschreck die Feier-Laune verdirbt. Immerhin muss Trainer Josef Hickersberger Jozef Valachovic, Markus, Katzer, Martin Hiden und Tomas Dosek verletzt vorgeben, außerdem ist Marek Kincl wegen einer Angina fraglich. Dazu kommt, dass Andreas Ivanschitz, Axel Lawaree und Ferdinand Feldhofer nicht top-fit in die Partie gehen.

Hickersberger: "Große Sorgen"

"Im Moment habe ich große Sorgen, weil man schon in Salzburg gesehen hat, dass wir momentan keine ausgewogene Mannschaft aufstellen können. Das Problem ist bei uns in erster Linie, die Balance zwischen Abwehr und Angriff zu finden", meinte Hickersberger.

Vor der Austria hat der ehemalige ÖFB-Teamchef gehörigen Respekt. "Eine hervorragende Mannschaft, mit der man den UEFA-Cup und in Österreich jedes Spiel gewinnen kann", so die Einschätzung von "Hicke", der sich von den internen Turbulenzen bei den "Veilchen" keinen Vorteil erwartet. "Austria-Spieler sind so etwas seit Jahren, Jahrzehnten gewohnt und können damit umgehen. Den Wirbel gibt's ja nicht unter den Spielern."

Der Gegner bereitet Hickersberger Kopfzerbrechen, nicht aber die miserable Bilanz von zuletzt 15 sieglosen Partien gegen den Erzrivalen. "Die Statistik ist mir so egal wie der Schnee vom Vorjahr. Gegen die Admira war unsere Statistik auch schlecht und dann haben wir in der Südstadt gewonnen", sagte der Rapid-Coach.

Cup-Finale hat Priorität

Trotz aller Vorfreude auf die Überreichung der Meisterschale - Priorität hat für Hickersberger das Cup-Finale am 1. Juni. "Das ist das wichtigere Spiel, die Chance auf das Double. Wenn ich es mir aussuchen könnte, verliere ich lieber am Donnerstag und gewinne am 1. Juni, auch wenn sich die Fans alles andere als eine Niederlage verdient haben."

Tatsächlich sollen gerade die Fans für Rapid der Schlüssel zum ersten Derby-Sieg seit 6. Mai 2001 (2:0 im Happel-Stadion) sein. "Ein Spiel gegen die Austria vor fast 50.000 Zuschauern ist etwas Besonderes. Aber auch in einem ausverkauften Hanappi-Stadion ist die Atmosphäre sehr gut. Ich glaube, sie kann im Happel-Stadion nicht viel besser sein" vermutete Kapitän Steffen Hofmann. Sein Mannschaftskollege Ivanschitz wollte da nicht so ganz zustimmen. "Wenn 45.000 jubeln, ist das noch schöner", erklärte der Teamkapitän, der dieses Gefühl von seinem Ausgleichstreffer in der WM-Qualifikation im ausverkauften Prater-Oval gegen England kennt.

Stöger besonders motiviert

Geht es nach Austria-Teammanager Peter Stöger, soll Rapid zumindest während des Spiels nicht viel zu jubeln haben. "Auch wenn das Stadion ganz schön grün-weiß sein wird und wir nicht so viel Unterstützung von den Fans haben werden: Wir haben sicherlich nicht die schlechtere Mannschaft. Wir wollen es Rapid so schwer wie möglich machen", kündigte der Ex-Teamspieler an.

Für Stöger ist das Derby am Fronleichnamstag aus zweierlei Gründen von Bedeutung. "Erstens wollen wir noch ein Wörtchen um Platz zwei mitreden und zweitens ist es eine wichtige Partie im Hinblick auf das Cupfinale", meinte der Ex-Mittelfeldspieler und gab sich optimistisch. "Wir wissen, wo wir der Rapid wehtun können." (APA)

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