Mehr als die Hälfte aller Niederösterreicher pendelt

24. Mai 2005, 21:34
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AK fordert Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld

Insgesamt 235.242 Niederösterreicher - mehr als die Hälfte der Gesamt-Arbeitsbevölkerung - haben ihren Arbeitsplatz außerhalb ihres Wohnbezirkes. Dies ist das Ergebnis einer von der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) durchgeführten Pendlerstudie. AKNÖ-Präsident Josef Staudinger forderte aus diesem Grund am Dienstag vehement den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland.

Die Pendlerzahl in Niederösterreich stagniert laut Studie. Grund dafür sei die schlechte Wirtschaftslage, die steigende Arbeitslosigkeit und das Absinken der Realeinkommen. "Es wird Zeit, dass die Westbahn, der Bahnhof Wien und auch die Südbahn ausgebaut werden, um damit die eklatanten Engpässe zu beseitigen", kritisierte Staudinger im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

Erhöhung des Kilometergeldes gefordert

Die AKNÖ tritt auch für die Erhöhung des Kilometergeldes ein: "Es befindet sich noch immer auf dem Niveau des Jahres 1997. Dabei sind allein im vergangenen Jahr die Treibstoffpreise um mehr als 15 Prozent gestiegen", rechnete Staudinger vor - und forderte sowohl eine Anhebung der Pendlerpauschale um 15 Prozent als auch des Kilometergeldes auf "zumindest" 0,42 Euro.

Außerdem warnte der AKNÖ-Präsident vor einer "Verländerung" des Nahverkehrs, einem Einfrieren der Mittel durch das Verkehrsministerium und der Auflassung von Nebenbahnen. Er appellierte an die Teilnehmer der morgen, Mittwoch, stattfindenden Landeshauptleute-Konferenz, diesen Vorhaben "eine klare Absage zu erteilen".

Besonders viele Pendler im Weinviertel

Die Zahl der Auspendler ist laut der Analyse in den vergangenen vier Jahren um 5,3 Prozent gestiegen, während die Zahl der Einpendler in NÖ Bezirke um drei Prozent zurückgegangen ist. In den Bezirken Gänserndorf, Wien-Umgebung und Bruck an der Leitha beträgt der Pendleranteil bereits zwei Drittel der unselbstständig Erwerbstätigen. Den geringsten Auspendleranteil mit unter 30 Prozent weisen die Bezirke Gmünd und St. Pölten auf.

Wien-Umgebung und Mödling haben nicht nur einen sehr hohen Aus-, sondern auch den größten Einpendleranteil von über 65 Prozent. Aus diesen beiden Bezirken pendeln mehr als 80 Prozent der Arbeitstätigen nach Wien. Aus dem Bezirk Amstetten fährt bereits jeder Vierte zur Arbeit nach Oberösterreich. Eine besonders hohe Pendlerintensität weist das Weinviertel auf: Jeder zweite Arbeitnehmer hat seinen Dienstort in Wien. Täglich verlassen um 34.511 Personen mehr die Weinviertler Bezirke, als dass sie dorthin zur Arbeit fahren. (APA)

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