Kritik der FPÖ an Sellars Mozart-Projekt

30. Mai 2005, 21:43
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Für Wiener FP-Kultursprecherin hat "New Crowned Hope" nichts mit Mozart zu tun - Mailath-Pokorny: Ermöglicht neue Sicht auf Mozarts Ideen

Wien - Das Wiener Mozartjahr-Projekt "New Crowned Hope" des amerikanischen Regisseurs Peter Sellars war am Dienstag Thema des Wiener Gemeinderates. Peter Sellars habe ein eigenes Festival kreiert, dass nichts mit Mozart zu tun habe, kritisierte FP-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) ließ dies nicht gelten: Das Projekt ermögliche eine zeitgenössische Sicht auf die Ideen Mozarts.

Neben der "traditionellen" Herangehensweise an den Komponisten, sei auch ein Blick von außen notwendig, so Mailath-Pokorny. In dem Projekt gehe es daher nicht darum, Mozarts Werke neu zu interpretieren, sondern die Themen aus seinen letzten drei großen Werken - "Die Zauberflöte", "La Clemenza die Tito" und das Requiem - mit heutigen Geschichten zu erzählen.

"Kultur-Tohuwabohu"

Laut Unterreiner soll Sellars 400.000 Euro Gage für die Jahre 2003 bis 2006 erhalten. Bisher habe es allerdings lediglich Ankündigungen eines "Kultur-Tohuwabohu" gegeben, setzte Unterreiner ihre Kritik fort. Wofür genau Sellars das Budget von zehn Mio. Euro verwenden werde, sei immer noch nicht bekannt. Sie befürchte ein "Peter Sellars Festival".

Es sei nicht sinnvoll das Programm lange im vorhinein bekannt zu geben, erwiderte Mailath-Pokorny. Auch die Wiener Festwochen würden ihr Programm nicht zwei Jahre vorher veröffentlichen. Darüber hinaus seien am 17. Mai beim "Austrian Day" in Cannes bereits die Namen der ersten sechs Regisseure vorgestellt worden. Die von Unterreiner angeführten Honorarsummen seien außerdem zu hoch gegriffen und würden auch die Regiegagen für zwei Opernproduktionen beinhalten. (APA)

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