Neuer Planet in 15.000 Lichtjahren Entfernung entdeckt

31. Mai 2005, 14:44
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Gasriese mit rund dreifachre Masse des Jupiter - Gravitationslinsen-Effekt für die Planeten-Suche

Extrem weit entfernter Planet außerhalb des Sonnensystems entdeckt Abstand von 15.000 Lichtjahren zur Erde

Cambridge/Warschau - Ein internationales Astronomenteam hat mit Hilfe einer neuen Technik einen extrem weit von der Erde entfernten Planeten entdeckt. Er hat einen Abstand von 15.000 Lichtjahren zur Erde und etwa die dreifache Masse des Riesenplaneten Jupiter. Der große Exoplanet umkreist einen Stern, der der Sonne ähnelt, berichtete das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (US-Staat Massachusetts) am Montag (Ortszeit). Ein Lichtjahr entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

"Vielleicht sind dort noch andere Planeten mit geringerer Masse", sagte Teamleiter Andzej Udalski vom Observatorium der Universität Warschau. Die entsprechenden Hinweise in den Daten der Wissenschaftler müssten jedoch noch ausgewertet werden.

Microlensing-Technik für die Planetensuche

Es handelt sich erst um den zweiten Planeten, der mit Hilfe der so genannten Microlensing-Technik erspäht wurde. Der erste war im April 2004 in einer Entfernung von 17.000 Lichtjahren gefunden worden. Mit Hilfe der Microlensing-Technik können besonders weit entfernte und kleine Planeten entdeckt werden. Dabei fungieren die Schwerkraft des Planeten und seines Sterns wie eine Lupe, die das Licht eines noch weiter entfernten Sterns beugen und fokussieren und ihn so heller strahlen lassen. Anhand der Kurve des gebeugten Lichts konnte die Größe des Planeten ermittelt werden. Albert Einstein hatte einen solchen Gravitationslinsen-Effekt bereits vorhergesagt.

"Wenn ein Planet von Erdgröße exakt am selben Ort "wie der gefundene Planet" gewesen wäre, hätten wir ihn entdecken können", sagte Andrew Gould von der Ohio State University. Sein Kollege, Scott Gaudi vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics fügte hinzu: "Das ist der Beginn des Zeitalters für Microlensing. Wir erwarten viele weitere Entdeckungen in den kommenden Jahren."

Das Team mit 33 Forschern aus elf Ländern, darunter auch Daniel Kubas von der Universität Potsdam, hat den Fachartikel zur Veröffentlichung bei den "Astrophysical Journal Letters" eingereicht. Insgesamt wurden bislang mehr als 150 so genannte extrasolare Planeten entdeckt. (APA/dpa)

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