Studierende mit den Studienbedingungen massiv unzufrieden

20. Februar 2006, 16:22
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Hauptprobleme sind überfüllte Hörsäle, ungenügende Öffnungszeiten und langes Warten auf Zeugnisse - Mit der AK-Studie zum Download

Wien – Durchschnittsnote zwei bis drei für die Studienbedingungen an den vier großen Wiener Unis (Uni Wien, WU, TU, Medizin-Uni): So lautet das Ergebnis einer Umfrage unter 1000 Studierenden im Wintersemester 2004/05, die im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) vom Institut für Höhere Studien und dem Ifes- Institut durchgeführt wurde.

Zwar sind die Problembereiche je Uni unterschiedlich (Grafik), aber die Schlüsse, die die Betroffenen daraus ziehen, sind die gleichen, schilderte AK-Bildungsbereichsleiterin Johanna Ettl am Dienstag: Die Studiensituation wird so trist eingeschätzt, dass jeder zweite Studierende keine Chancen sieht, das Studium in Mindestzeit abzuschließen. Jeder dritte Befragte sagt, die universitären Rahmenbedingungen seien schlechter geworden.

Dafür Studiengebühren einzuheben sei ungerechtfertigt, sagen drei Viertel der Befragten. Zwei Drittel sind generell für ein gebührenfreies Studium, bei Studierenden aus Arbeiterfamilien sind es sogar drei Viertel. Die AK fordert als Erste-Hilfe-Programm 100 Millionen Euro für die Unis.

Eine zweite Studie im Auftrag der studentischen Aktionsgemeinschaft (AG) durch das Meinungsforschungsinstitut WIKOM unter 2000 Studierenden an elf Unis (ohne Kunst-, Technische, Veterinärmedizinische Unis) kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Befragten sind mit den derzeitigen Studienbedingungen "unzufrieden" oder "eher unzufrieden". Mit dem Betreuungsausmaß durch die Lehrenden waren 53 Prozent zumindest eher zufrieden und 47 Prozent eher unzufrieden.

ÖH, Grüne und Gewerkschaft forderten sofort Reparaturmaßnahmen für die Uni- "Baustellen". Aus der ÖVP hieß es, man könne die Zahlen nicht nachvollziehen. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Printausgabe, 25.5.2005)

  • Am Neuen Institutsgebäude der Uni Wien wurden Umbauarbeiten bereits vorgenommen, die Arbeiterkammer fordert weitere Investitionen.
    foto: standard/cremer

    Am Neuen Institutsgebäude der Uni Wien wurden Umbauarbeiten bereits vorgenommen, die Arbeiterkammer fordert weitere Investitionen.

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