Trümmerfrauen-Regelung beschämend

11. Juli 2005, 13:53
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PVÖ-Präsident Blecha fordert uneingeschränkte Anerkennung der Wiederaufbau-Generation

Wien - Was sind die PensionistInnen der Regierung im Jubiläumsjahr 2005 wert? Dieser Frage ging der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in St. Pölten nach. Denn obwohl der Pensionistenverband permanent eine Verbesserung für die PensionistInnen, insbesondere eine Erhöhung der unter der Armutsgrenze befindlichen Mindestpension und einen 'Nachschlag' bei den Pensionen um 15 Euro fordert, behandelt die "Regierung die Wiederaufbaugeneration Österreichs schändlich. Dafür wird sie vom Pensionistenverband tagtäglich gebrandmarkt! Erst durch den permanenten Druck des Pensionistenverbandes und anscheinend zur Beruhigung ihres schlechten Gewissens, hat die Regierung nun für die sogenannten 'Trümmerfrauen' eine Einmal-Almosen-Zahlung in Aussicht gestellt", so Blecha.

Ausschluss-Kriterien

Wie dieStandard.at berichtete, sollen die Trümmerfrauen eine 300-Euro-Zuwendung erhalten. Der Haken dabei: Nur Frauen, die vor dem Stichtag 1. Jänner 1931 geboren sind, bis 1950 mindestens ein Kind bekommen haben und keine eigene Pension beziehen, sind anspruchsberechtigt.

"Abgesehen davon, dass die Bindung an die Mutterschaft an Zeiten erinnert, die wir gerade heute im Jubiläumsjahr geglaubt haben, dass sie überwunden sind. Der Pensionistenverband Österreichs ist der Meinung, dass alle Frauen, die Österreich aus den Trümmern aufgebaut haben, eine Anerkennung verdienen, und zwar mehr als die beschämende Regelung", betonte PVÖ-Präsident Blecha. "Es gilt der gesamten Wiederaufbaugeneration zu danken: Daher sollten im Jubiläumsjahr auch alle eine uneingeschränkte und angemessene Anerkennung der Republik erhalten - eine Anhebung der Pension um 15 Euro monatlich!", so Blecha. (red)

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    Frauen beim Entfernen des Schuttes nach dem Krieg.
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