Instant-Kakaos: Konsumentenschützer warnen vor "süßen Verführern"

28. Mai 2005, 18:29
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Produkte sind zum Großteil "Kalorienbomben" - In 80 Prozent fand sich das Schimmelpilzgift Ochratoxin A

Nicht alles, was beim Frühstück getrunken wird, ist gesund. Das Testmagazin "Konsument" hat jetzt die vor allem bei Kindern beliebten Instant-Kakaos näher unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind aus Sicht von Ernährungsexperten alles andere als befriedigend: Von 20 getesteten Produkten wurde kein einziges mit "sehr gut" bewertet". Der Großteil weist einen überhöhten Zuckergehalt auf. In 80 Prozent fand sich das Schimmelpilzgift Ochratoxin A.

Geschmackssieger Kalorienbomben

Die Kakaoprodukte wurden sowohl einem Geschmackstest – als Testpersonen fungierten 25 Wiener Volksschüler – als auch einer chemischen Untersuchung unterzogen. Dabei zeigte sich, dass die weniger süßen Getränke von den Kids verschmäht werden. Die Geschmackssieger sind allerdings regelrechte "Kalorienbomben". "Bei ihnen nehmen die Kinder drei und mehr Stück Würfelzucker pro Tasse zu sich. Damit sind Karies und Übergewicht vorprogrammiert", warnte Franz Floss, Bereichsleiter im Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Schimmelpilz

Dass bei zahlreichen Produkten Ochratoxin A nachgewiesen werden konnte, alarmierte den Konsumentenschützer. "Bisher gibt es bei Kakao keinen gesetzlichen Grenzwert für dieses schädliche Schimmelpilzgift. Wie die Testergebnisse zeigen, wäre es sinnvoll, einen einzuführen", meinte Floss. Ochratoxin A, das Stoffwechselprodukt eines Lagerpilzes, wirkt beim Menschen nierenschädigend und hat sich im Tierversuch als Krebs erregend erwiesen.

Entwarnung gibt's dagegen in puncto Schwermetalle: Bis auf eine Ausnahme war die Belastung mit Blei und Kadmium in den Getränken gering bis nicht vorhanden.

In der Gesamtbeurteilung schnitt knapp die Hälfte der Kakaos mit "gut" ab, zehn sind "durchschnittlich", nur ein Produkt wurde mit "weniger zufriedenstellend" bewertet. So genannte Bio-Kakaos schnitten beim Geschmack schlechter als herkömmliche Produkte ab. Sie erzielten auch in der Prüfkategorie "Löslichkeit" die schlechtesten Ergebnisse – vier von fünf verklumpen beim Einrühren in die kalte Milch.

Nur eine Tasse

Die Vorlieben der Kinder sind übrigens keine Frage des Preises: Die Favoriten der Kleinen gibt's bereits ab 0,24 Euro pro hundert Gramm Kakaopulver. Aus Sicht der Ernährungsexpertin Nina Siegenthaler spricht nichts dagegen, dem Nachwuchs Kakao zum Frühstück aufzutischen. Eltern sollten es jedoch bei einer Tasse belassen: "Damit nehmen Volksschulkinder bereits mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge an Zucker auf." Zuckerreduzierte Getränke seien auf jeden Fall die bessere Wahl. "Wenn's dem Nachwuchs nicht schmeckt, selbst mit Zucker etwas nachsüßen", empfiehlt Siegenthaler. (APA)

Weitere Informationen im Internet: konsument.at

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