Grüne setzen auf unabhängigen Wahlkampf

24. Mai 2005, 11:18
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Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer: "Die SPD kämpft für ihren Erfolg, wir kämpfen für unseren Erfolg"

Berlin - Der deutsche Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer setzt auf einen von der SPD unabhängigen Wahlkampf. "Die SPD kämpft für ihren Erfolg, wir kämpfen für unseren Erfolg", sagte Bütikofer am Dienstag im RBB-Inforadio. Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt setzt in erster Linie auf einen selbstständigen Wahlkampf ihrer Partei. "Wir wollen ein starkes grünes eigenes Ergebnis haben", sagte sie im ZDF. "Trotzdem: Am Ende steht auf der eine Seite Schwarz-Gelb, auf der anderen Seite steht Rot-Grün."

"Ich glaube kaum, dass die SPD in eine Große Koalition unter Angela Merkel geht", sagte Göring-Eckardt. Zu Forderungen von SPD-Politikern, sich im Wahlkampf von den Grünen abzugrenzen, erklärte sie, auch ihre Partei werde für ein starkes grünes Ergebnis kämpfen.

Der Grüne Umweltminister Jürgen Trittin sagte im Deutschlandfunk, es gelte der alte Grundsatz, Algebra gehe vor Gesinnung. "Danach weiß jeder, dass es in diesem Lande entweder eine schwarz-gelbe Koalition geben wird, oder eine rot-grüne fortgesetzt unter Kanzler (Gerhard) Schröder." Das seien die beiden Alternativen, dafür brauche man gar keine Beschlüsse. Diese Richtungsauseinandersetzungen würden auch die Wählerinnen und Wähler sehen.

Unterdessen vermied SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder in seinem ersten Interview nach der Ankündigung von Neuwahlen eine klare Koalitionsaussage. Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte er laut einer am Dienstag verbreiteten Vorabmeldung, in einer Wahlauseinandersetzung suche jeder "das größtmögliche Maß an Wählerstimmen gegen jeden anderen Konkurrenten zu gewinnen". Das sei aber keine Absage an Rot-Grün. In dieser Konstellation hätten beide Seiten erfolgreich gearbeitet, fügte er hinzu. (APA/dpa/Reuters/AP)

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